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Schlagwort: Friedrich der Weise

Luther an den Kurfürsten Friedrich von Sachsen.

Luther an den Kurfürsten Friedrich von Sachsen.

Luther bittet um freies Geleit für Karlstadt.

Dem durchleuchtigsten hochgebornen fursten vnd herrn fridrich hertzog zu Sachsen des Ro. reichs Churfurst vnd ertzmarschalck landgraff ynn Duringen vnd Marggraff zu MEyssenn meynem gnedigsten herrenn.

Gnad vnd frid ynn Christo, Durchleuchtigster hochgeborner furst gnedigster herr, MAgister Georgius Spalatinus wird E c f g anezygen schrifft D Carlstads, was derselb an my begerd, Nu ists war, ich habe yhm verheyssen, wo er sich wollte lassen freundlich weysen odder mit myr vnterreden, wie er myr entbotten hat, wollt ich besehen, ob ich yhm eyn geleyd erwerben mocht, odder wollt an eynem ort ausser E c f g lande, so ichs nicht erwerbe, zu yhm kome, damit gespurt wurde, das ia nicht an myr feylen sollt, was zu ehren dem heyligen Euangelio, vnd vnser aller heyl, gutt vnd nutzlich wurde angesehen. Ist derhalben an E c f g meyn vntertenige bitt, wo es muglich ist E wollt dem selben Carlstad, eyne zeytlang, mit myr zu reden, eyn schrifftlich geleyt gnediglich geben, auff das er nicht aber klagen mocht Es feyle an yhm nicht sondern an myr, Sie suchen sonst vrsache …. genaw. Hilffts so helffs denn ich haben wenig hoffnung zu y…. so stoltz alls seyne schrifft lauttet Hiemit Gott ynn seyne gnade befolhen zu Vittemberg am Sonnabent nach L. 1525

E c f g
vntertheniger
Martinus
Luther

Lutherbriefe
herausgegeben von
Lic. theol. Johann KArl seidemann,
Pfarrer zu Eschdorf bei Dresden.
Dresden
H. J. Zeh (sonst R. Kori)
1859

Luther , Martin – Eyn brieff an die Fürsten zu Sachsen von dem auffrurischem geyst.

Luther , Martin – Eyn brieff an die Fürsten zu Sachsen von dem auffrurischem geyst.

Wittemberg. 1524.

Den durchleuchtigsten hochgebornen Fürsten und Herrn Herrn Friderich des Rö. Reichs Chürfürst / und Johans / Hertzogen zu Sachsen / Landgraffen ynn Düringen / und Marggraffen zu Meyssen / meynen gnedigsten herrn.

Gnad und frid ynn Christo Jesu unserm heyland. Das glück hat allwege das heylig Gottes wort / wenns auffgeht / das sich der Satan dawidder setzt mit aller seyner macht / Erstlich mit faust und freveler gewallt. Wo das nicht helffen will / greyfft ers mit falscher zungen / mit yrrigen geystern und lerern an / auff das / wo ers mit gewallt nicht kan dempffen / doch mit list und lügen unterdrücke. Also thet er ym anfang / das das Evangelion zum ersten ynn die wellt kam / greyff ers gewalltiglich an durch die Juden und Heyden / vergos viel bluts / und machte die Christenheyt voll merterer. Da das nicht helfen wollt / warff er falsche propheten und yrrige geyster auff / und macht die wellt voll ketzer und secten / bys auff den Bapst / der es gar mit eyttel secten und ketzerey / alls dem letzten und mechtigsten Antichrist gepürt / zu poden gestossen hat.

Also mus es itzt auch gehen / das man ja sehe / wie es das rechtschaffen wort Gottes sey /weyl es geht / wie es allzeyt gangen ist. Da greyfft es der Bapst / Keyser / Könige / und Fürsten mit der faust / und wöllens mit gewallt dempffen / verdammen / verlestern und verfolgens unverhört und unerkand / alls die unsynnigen. Aber es stehet das urteyl und unser trotz schon langst gefellet psal. 2. Warumb toben die Heyden / und die völcker tichten so unnütz? Die könige auff erden lehnen sich auff / und die Fürsten radschlahen miteynander / widder den Herrn und seynen gesalbeten. Aber der ym hymel wonet / spottet yhr / und der Herr lachet yhr / Denn wird er mit yhn reden ym zorn / und sie schrecken ym grym. So wird es gewislich auch unsern tobenden Fürsten gehen / und sie wöllens auch so haben / Denn sie wöllen widder sehen noch hören / Gott hat sie verblend und verstockt / das sie sollen anlauffen und zu scheyttern gehen. Sie sind gnugsam gewarnet.

Dis alles sihet der Satan wol / und merckt / das solchs toben nicht wird durch dringen. Ja er spüret und fület / das (wie Gottes wort art ist) yhe mehr mans druckt / yhe weytter es leufft und zunympt / Drumb fehet ers nu auch an / mit falschen geystern und secten / Und wyr müssen uns des erwegen / und ja nicht yrren lassen / Denn es mus also seyn / wie Paulus sagt zun Corinthern / Es müssen secten seyn / auff das die / so bewerd sind / offenbar werden. Also nach dem der ausgetriben Satan / itzt eyn jar odder drey ist umbher gelauffen durch dürre stette / und ruge gesucht / und nicht gefunden / hat er sich ynn E. F. G. Fürstenthum nydergethan und zu Alstett eyn nest gemacht / und denckt unter unsem fride / schirm / und schutz widder uns zu fechten. Denn Hertzog Georgen fürstenthum / wie wol es ynn der nehe ligt / ist solchem unerschrockenem und unuberwindlichem geyst (wie sie sich rhümen) allzu guetig und sanfft / das sie solchen künen mut und trotz nicht mügen daselbs beweysen / Darumb er auch grewlich schreyet und klagt / Er müsse vil leyden / so doch sie bisher niemand widder mit faust noch mund noch fedder hat angetast / und trewmen yhn selbs eyn gros kreutz / das sie leyden / So gar leychtfertig und on ursach mus der Satan liegen / Er kan doch ja sich nicht bergen.

Nu ist myr das eyne sondere freude / das nicht die unsern solch wesen anfahen / Und sie auch selbs wöllen gerhümet seyn / das sie unsers teyls nicht sind / nichts von uns gelert noch empfangen haben / Sondern vom hymel komen sie / und hören Gott selbst mit yhn reden / wie mit den Engeln / und ist eyn schlecht ding / das man zu Wittemberg den glauben und liebe und creutz Christi leret. Gottes stym (sagen sie) mustu selbst hören / und Gottes werck ynn dyr leyden / und fülen wie schweer dein pfund ist / Es ist nichts mit der schrifft / Ja Bibel Bubel Babel etc. Wenn wyr solche wort von yhnen redeten / so were yhr creutz und leyden (acht ich) theurer / denn Christus leyden / würdens auch höher und mehr preysen / also gerne wollt der arme geyst / leyden und creutz von yhm gerhümet haben. Und mügen doch nicht leyden / das man ey wenig an yhrer hymelischen stym und Gottes werck zweyffel odder bedenck neme / Sondern wöllens stracks mit gewallt gegleubt haben / on bedencken / das ich hohmütigen stoltzern heyligen geyst (wo ers were) widder gelesen noch gehort habe.

V Doch itzt ist nicht zeyt noch raum yhre lere zu urteylen / wilche ich vorhyn zwey mal wol erkennet und geurteylt habe / Und wo es not seyn wird / noch wol urteylen kan und will von Gottes gnaden. Ich hab disen brieff an E. F. G. alleyn aus der ursach geschrieben / das ich vernomen und auch aus yhrer schrifft verstanden habe / alls wollt der selb geyst / die sache nicht ym wort lassen bleyben / sondern gedencke sich mit der faust dreyn zu begeben / und wölle sich mit gewallt setzen widder die oberkeyt / und stracks daher eyne leypliche auffruhr anrichten. Nie lesst der Satan den schalck kicken / das ist zu viel an tag geben. Was sollt der geyst wol anfahen / wenn er des pöfels anhang gewünne? Ich habs zwar vorhyn auch von dem selben geyst alhie zu Wittemberg gehort / das er meynet / man müsse die sache mit dem schwerd volfüren. Da dacht ich wol / es woll dahynaus / das sie gedechten / welltliche oberkeyt zu stürmen / und selbst herrn ynn der wellt zu seyn. So doch Christus fur Pilato das verneynet / und spricht / Seyn reich sey nicht von dieser wellt / und auch die jüngern leret / sie sollten nicht seyn wie welltliche fürsten.

Wie wol ich mich nu versehe E. F. G. werden sich hyerynnen bas wissen zu halten / denn ich radten kann / So gepürt myr doch untherteniges vleys / auch das meyne da zu zuthun / und E. F. G. unterteniglich zu bitten und ermanen / hyrynnen eyn ernstlich eynsehen zu haben / und aus schuld und pflicht ordenlicher gewallt solchen unfug zu weren und den auffruhr zuverkomen / Denn E. F. G. haben des gut wissen / das yhr gewallt und welltliche hirschafft von Gott darumb gegeben und befolhen ist / das sie den fride handhaben sollen / und die unrügigen straffen / wie S. Paulus leret Ro. 13. Darumb E. F. G. hie nicht zu schlaffen noch zu seumen ist / Denn Gott wirds foddern und antwort haben wöllen umb solch hynlessigen brauch und ernst des befolhen schwerds. So würde es auch für den leutten und der wellt nicht zu entschuldigen seyn / das E. F. G. auffrürissche und freuele feuste dulden und leyden sollten.

Ob sie aber würden fur geben (wie sie denn mit prechtigen worten pflegen) der geyst treybe sie / man müsse es zu werck bringen / und mit der faust dreyn greyffen / Da antwortte ich also. Erstlich es mus freylich eyn schlechter geyst seyn / der seyne fruch nicht anderst beweysen kan / denn mit kirchen und klöster zubrechen und heyligen verbrennen. Wilchs auch wol thun künden die aller ergisten buben auff erden / sonderlich wo sie sicher sind und on widderstand. Da hielt ich aber mehr von / wenn der geyst zu Alstett gen Dreßen odder Berlin odder Ingolstad füre / und stürmet und breche daselbs klöster und verbrennte heyligen. Zum andern das sie den geyst rhümen / gillt nicht / denn wyr haben hie S. Johans spruch / Man solle die geyster zuvor prüffen / ob sie aus Gotte sind. Nu ist diser geyst noch nicht geprüffet / Sondern feret zu mit ungestüm und rhumort nach seynem mutwillen. Were er gut / er würde sich zuvor prüffen und demütiglich urteylen lassen / wie Christus geyst thut.

Das were eyne feyne frucht des geysts / da durch man yhn prüffen künd / wenn er nicht so zu winckel kröche und das liecht schewet / sondern offentlich fur den feynden und widdersachern müste stehen / bekennen und antwort geben. Aber der geyst zu Alstett meydet solchs / wie der teuffel das kreutz / Und treybt doch die weyl ynn seym nest die aller unerschröckeneste wort / alls were er drey heyliger geyste voll / Das auch solcher ungeschickter rhum feyn meldet wer der geyst sey. Denn also erbeut er sich ynn seyner schrifft / Er wölle offentlich fur ener ungeferlichen gemeyne / aber nicht ym winckel fur zweyen odder dreyen stehen und antwortten / und leyb und seel auffs aller freyest erbotten haben etc.

Lieber sage myr / Wer ist der mutige und trotzige heyliger geyst / der sich selbst so enge spennet / und will nicht denn fur eyner ungeferlichen gemeyne stehen? Item er will nicht ym winckel fur zweyen oder dreyen antwort geben? Was ist das fur eyn geyst / der sich fur zweyen odder dreyen furchtet / und eyn geferliche gemeyne nicht leyden kan? Ich will dyrs sagen / Er reucht den bratten / Er ist eyn mal oder zwey fur myr zu Wittemberg ynn meynem kloster auff die nasen geschlagen / drumb grawet yhm fur der suppen / und will nicht stehen / denn da die seynen sind / die ja sagen zu seynen treffentlichen worten. Wenn ich (der so gar on geyst ist und keyn hymlische stym höret) mich hette solcher wort lassen hören gegen meyne papisten / Wie sollten sie gewunnen schreyen und myr das maul stopffen.

Ich kann mich mit solchen hohen worten nicht rhümen noch trotzen / Ich byn eyn armer elender mensch und hab meyne sache nicht so trefflich angefangen / sondern mit grossem zittern und furcht (wie S. Paulus auch bekennet von sich selber / 1. Corin. 3. (der doch auch wol hette wist von hymlischer stym zu rhümen) Wie demütiglich greiff ich den Bapst zu erst an / wie flehet ich / wie sucht ich / alls meyne erste schrifft ausweysen. Dennoch hab ich ynn solchem armen geyst das than / das diser welltfressergeyst noch nicht versucht / sondern bis her gar ritterlich und menlich geschewet und geflohen hat / und sich auch solchs schewens gar erlich rhümet / als eyner ritterlichen und hohen geysts that.

Denn ich byn zu Leyptzick gestanden zu disputiren fur der allergeferlichsten gemeyne. Ich byn zu Augspurg on geleyd fur meynem höchsten feynd erschienen. Ich byn zu Worms fur dem Keyser und gantzen Reich gestanden / ob ich wol zuvor wuste / das myr das geleyd gebrochen war / und wilde seltzame tück und list auff mich gericht warren. Wie schwach und arm ich da war / so stund doch meyn hertz / der zeyt also / Wenn ich gewust hette / das so viel teuffel auff mich gezilet heten / alls zigel auff den dechern waren zu Worms / were ich dennoch eyngeritten / und hatte noch nichts von hymlischer stym und Gottes pfunden und wercken / noch von dem Alstettischen geyst yhe ettwas gehöret. Item ich habe must ynn winckeln / eynem / zweyen / dreyen stehen / wer / wo und wie man hat gewollt. Meyn blöder und armer geyst / hat müssen frey stehen / alls eyne felltblume / und keyne zeyt / person / stet / weyse / odder mas stymmen / hat müssen yderman bereyt und urbüttig seyn zur antwort / wie S. Petrus leret.

Und diser geyst der so hoch uber uns ist / als die sonne uber der erden / der uns kaume fur würmlin ansihet / stympt yhm selbs eytel ungeferliche / freundliche / unsicher urteyler und hörer / und will nicht zweyen odder dreyen ynn sondern ortten zur antwort stehen. Er fület ettwas / das er nicht gerne fület / und meynet uns mit auffgeblasenen worten zu schrecken. Wolan / wyr vermügen nichts / denn was uns Christus gibt / Will uns der lassen / so schreckt uns wol eyn rausschend blad. Will er uns aber hallten / so soll der geyst seynes hohen rhümes wol ynnen werden. Und erbiete mich hie mit E.F.G. ists nott / so will ich an den tag geben / wie es zwisschen myr und disem geyst ynn meynem stüblin ergangen ist / Daraus E.F.G. und alle wellt spüren und greyffen soll / das diser geyst / gewiss eyn lügenhafftiger teuffel ist / und dennoch eyn schlechter teuffel / Ich hab wol eynen ergern gegen myr gehabt / auch noch teglich habe. Denn die geyster / die so mit stoltzen worten pochen und polltern / die thuns nicht / Sondern die heymlich schleychen / und den schaden thun / ehe man sie höret.

Solchs hab ich darumb müssen erzelen / das E.F.G. sich nicht seumen / fur disem geyst. Und mit ernstlichem befelh dazu thun / das sie die faust ynnen hallten / und yhr klöster und kirchen brechen und heyligen brennen lassen anstehen / Sondern wöllen sie yhren geyst beweysen / das sie das thun / wie sichs gepürt / und lassen sich zuvor versuchen / Es sey fur uns odder fur den papisten. Denn sie hallten (Gott lob) uns doch fur erger feynde denn die papisten / Wie wol sie unsers siegs gebrauchen und geniessen / nemen weyber / und lassen Bepstliche gesetz nach / das sie doch nicht erstritten haben / und hat yhr blut nicht drob ynn der fahr gestanden. Sondern ich habs must mit meynem leyb und leben bisher dar gewagt / erlangen. Ich mus mich doch rhümen gleych wie S. Paulus auch muste / wie wol es eyne thorheyt ist / und ichs lieber liesse / wenn ich künde fur den lügen geystern.

Sagen sie abermal / wie sie pflegen / das yhrer geyst sey zu hoch und unser zu geringe / und müge yhr ding von uns nicht erkand werden. Antworte ich / S. Peter wuste auch wol / das seyn und aller Christen geyst höher war denn der Heyden und Juden / noch gepeut er / wyr sollen yderman sanfftmütiglich zu antworten urbütig und bereyt seyn. Christus wuste auch / das seyn geyst höher war denn der Juden / noch lies er sich erunter und bot sich zu recht und sprach / Wer zeyhet mich eyner sünde unter euch? Und fur Hannas / Hab ich ubel gered / so gib zeugnis davon etc. Ich weys auch und byns gewis von Gottes gnaden / das ich ynn der schrifft gelerter byn denn alle sophisten und papisten / Aber fur dem hohmut hat mich Gott noch bisher gnediglich behut / und wird mich auch behueten / das ich mich sollt wegern / antwort zu geben und mich hören zulassen fur dem aller geringsten Juden odder Heyden odder wer es were.

Auch warumb lassen sie selbst yhr ding schrifftlich ausgehen / so sie fur zween odder dreyen noch ynn eyner geferlichen gemeyne nicht stehen wöllen? odder meynen sie / das yhre schrifft fur eytel ungeferliche gemeyne und nicht fur zween oder drey besonders kome? Ja es wundert mich / wie yhrs geysts so vergessen / und wöllen die leut nu mündlich und schrifftlich leren / so sie doch rhümen / es müsse eyn iglicher Gottes stym selbst hören / und spotten unser / das wyr Gottes wort mündlich und schrifftlich füren / als das nichts werd noch nütze sey / und haben gar eyn viel höher köstlicher ampt denn die Apostel und Propheten und Christus selbs / wilche alle haben Gottes wort mündlich odder schrifftlich gefurt / und nie nichts gesagt von der hymlischen Göttlichen stym die wir hören müsten. Also kauckelt diser schwymel geyst / das er selbst nicht sihet / was er sagt.

Ich weys aber / das wyr / so das Evangelion haben und kennen / ob wyr gleich arme sünder sind / denn rechten geyst / odder wie Paulus sagt / Primitias spiritus / das erstling des geysts haben / ob wyr schon die fülle des geysts nicht haben. So ist ja keyn ander denn der selbige eynige geyst / der seyne gaben wunderlich austeylet. Wyr wissen yhe / was glaub und liebe und creutz ist / Und ist keyn höher ding auff erden zu wissen denn glaub und liebe. Daraus wyr ja auch wissen und urteylen künden / wilche lere recht odder unrecht / dem glauben gemes odder nicht sey / Wie wyr denn auch disen lügen geyst kennen und urteylen / das er das ym synn hat / Er will die schrifft und das mündlich Gottes wort auffheben / und die sacrament der tauff und alltars austilgen / und uns hyneyn ynn den geyst füren / da wyr mit eygen wercken und freyem willen Gott versuchen und seyns wercks warten sollen / und Gott / zeyt / stet / und mas setzen / wenn er mit uns wircken wölle. Denn solch grewlich vermessenheyt weyset yhr schrifft aus / das sie auch mit ausgedruckten worten / widder das Evangelion S. Marci schreyben / nemlich also / Contra Marcum ultimo cap. als habe S. Marcus unrecht von der tauffe geschrieben. Und da sie S. Johannes nicht so thüren yns maul schlahen wie S. Marcus. Wer nicht anderweyt geporn wird aus dem geyst und wasser Joh. 3. etc. deutten sie das wort wasser / weys nicht wo hyn / und verwerffen schlechts die leypliche tauffe ym wasser.

Gern möchte ich aber wissen / weyl der geyst nicht on früchte ist / und yhrer geyst so viel höher ist denn unser / ob er auch höher früchte trage / denn unser / Ja er mus warlich ander und besser früchte tragen denn unser / weyl er besser und höher ist. So leren wyr ja und bekennen / das unser geyst / den wir predigen und leren / bringe die früchte von S. Paul. Gal. 5. er zelet / alls / liebe / freude / frid / geduld / gütickeyt / traw / sanfftmut und messickeyt. Und wie er Rö. 8. sagt / des er tödte die werck des fleyschs / und creutzige mit Christo den allten Adam sampt seynen lüsten Gal. 5. Und summa / die früchte unsers geysts / ist erfüllung der zehen gepott Gottes. So mus nu gewislich der Alstettische geyst / der unsern geyst nichts will seyn lassen / ettwas höhers tragen / denn / liebe / und glauben / frid / gedult etc. So doch S. Paulus die liebe für die höhisten frucht erzelet 1. Corin. 13. und mus viel bessers thun denn Gott gepotten hat. Das wollt ich gerne wissen / was das were / Syntemal wyr wissen / das der geyst durch Christum erworben / alleyn dazu geben wird / das wyr Gottes gepot erfüllen / wie Paulus sagt Rom. 8.

Wöllen sie aber sagen / Wyr leben nicht wie wyr leren / und haben solchen geyst nicht / der solche früchte bringt. Solchs möcht ich wol leyden das sie sagten / denn dabey künd man greyfflich spüren / das nicht eyn guter geyst ist / der aus yhnen redet. Wyr bekennen das selbst / und ist nicht not solchs durch hymlische stym und höhern geyst zu holen / das wyr leyder nicht alles thun / was wyr sollten. Ja S. Paulus Gal. 5. meynet / Es geschehe nymer mehr alles / weyl geyst und fleysch bey eynander und widdernander sind auff erden. So spüre ich auch noch keyne sondere frucht des Allstettischen geysts / on das er mit der faust schlahen will / und holtz und steyn brechen / liebe / frid / geduld / gütickeyt und sanfftmut / haben sie noch bis her gespart zu beweysen / auff das des geysts früchte nicht zu gemeyn werden. Ich kan aber von Gottes gnaden viel frücht des geysts bey den unsern anzeygen / Und wolt auch noch wol meyne person alleyn / die die geringst und sündlichst ist / entgegen setzen allen früchten des gantzen Allstettischen geysts / wenns rhumens gellten sollt / wie hoch er auch meyn leben taddelt.

Aber das man yemands lere umb des geprechlichen lebens willen taddelt / das ist nicht der heylige geyst. Denn der heylige geyst taddelt falsche lere / und duldet die schwachen ym glauben und leben / wie Röm. 14. und 15. Paulus und an allen orten leret. Mich ficht auch nicht an / das der Allstettissche geyst so unfruchtbar ist. Aber der es so leugt und andere lere will auffrichten. Ich hette mit den Papisten auch wenig zu thun / wenn sie nur recht lereten / yhr böses leben würde nicht grossen schaden thun. Weyl denn diser geyst dahynaus will / das er sich an unserm krancken leben ergert / und so frech urteylt die lere umbs lebens willen / so hat er gnugsam beweyset / wer er sey / Denn der geyst Christi richtet niemand der recht leret / und duldet und tregt und hilfft den die noch nicht recht leben / und verachtet nicht also die armen sünder / wie diser Phariseischer geyst thut.

Nu das trifft die lere an / die wird sich mit der zeyt wol finden. Itzt sey das die summa gnedigisten herrn / das E.F.G. soll nicht werden dem ampt des worts. Man lasse sie nur getrost und frisch predigen / was sie konnen / und widder wen sie wöllen. Denn wie ich gesagt habe / Es müssen secten seyn / und das wort Gottes mus zu felde ligen und kempffen / daher auch die Evangelisten heyssen heerscharen Psal. 67. und Christus eyn heerkönig ynn den Propheten. Ist yhr geyst recht / so wird er sich für uns nicht furchten und wol bleyben. Ist unser recht / so wird er sich fur yhn auch nicht noch fur yemand fürchten. Man lasse die geyster auff eynander platzen und treffen. Werden ettlich ynn des verfüret / Wolan / so gehets noch rechtem kriegs laufft. Wo eyn streyt und schlacht ist / da müssen ettlich fallen und wund werden / Wer aber redlich ficht / wird gekrönet werden.

Wo sie aber wöllen mehr thun denn mit dem wort fechten / wöllen auch brechen und schlahen mit der faust / da sollen E.F.G. zu greyffen / Es seyen wyr odder sie / und stracks das land verbotten und gesagt. Wyr wöllen gerne leyden und zusehen das yhr mit dem wort fechtet / das die rechte lere bewerd werde / Aber die faust halltet stille / denn das ist unser ampt / odder hebt euch zum lande aus. Denn wyr / die das wort Gottes füren / sollen nicht mit der faust streytten. Es ist eyn geystlich streyt / der die hertzen und seele dem teuffel ab gewynnet / Und ist auch also durch Daniel geschrieben / das der Antichrist soll on hand zurstöret werden. So spricht auch Isaias 11. das Christus ynn seym reich / werde streytten mit dem geyst seyns munds und mit der ruten seiner lippen. Predigen und leiden ist unser ampt / nicht aber mit feusten schlahen und sich weren. Also haben auch Christus und seyne Apostel keyne kirchen zu brochen noch bilder zu hawen / sondern die hertzen gewonnen mit Gottes wort / darnach sind kirchen und bilder selbs gefallen.

Also sollen wyr auch thun. Zu erst die hertzen von den klöstern und geysterey reyssen. Wenn die nu davon sind / das kirchen und klöster wüst liegen / So las man denn die Landherren damit machen was sie wöllen. Was geht uns holtz und steyn an / wenn wyr die hertzen weg haben? Sihe / wie ich thu / Ich hab noch nie keynen steyn antastet / und gar nichts gebrochen noch gebrand an klöstern. Noch werden durch meyn wort itzt an viel orten klöster ledig / auch unter den Fürsten die dem Evangelio widder sind. Hette ichs mit dem sturm angriffen / wie diese propheten / so weren die hertzen gefangen blieben ynn aller wellt / und ich hette yrgent an eynem eynigen ort steyn und holtz eyngebrochen. Wem were das nütz gewesen? Rhum und ehre mag man damit suchen / der seelen heyl sucht man warlich nicht damit. Es meynen ettlich / Ich habe dem Bapst on alle faust mehr schaden than / denn eyn mechtiger könig thun möchte / Weyl aber dise propheten gern ettwas sonderlichs und bessers wöllten machten / und konnen doch nicht / lassen sie die seele zurlösen anstehen / und greyffen holtz und steyn an / das soll das new wunderlich werck seyn des hohen geysts.

Ob sie aber hie wollten furwenden / ym gesetz Mose sey gepotten den Juden alle götzen zubrechen und alltar der Abgötter auszurotten. Antwort. Sie wissen selbs wol / das Gott durch eynerley wort und glauben / durch mancherley heyligen / mancherley werck von anbegyn gethan that. Und die Epistel zun Ebreern solchs auch auslegt / und spricht / Wyr sollen dem glauben solcher heyligen folgen / Denn wyr konnen nicht aller heyligen werck folgen. Das nu die Juden alltar und götzen zubrochen / hatten sie zu der zeyt eyn gewis gepott Gottes zu dem selben werck / wilchs wyr zu diser zeyt nicht haben. Denn da Abraham seynen son opfferte / hat er Gottes gewis gepott dazu / und thetten doch darnach alle unrecht die dem werck nach / yhre kinder opfferten. Es gillt nicht nachomen ynn den wercken / sonst müsten wyr uns auch lassen beschneyden und alle Judische werck thun.

Ja wenn das recht were / das wyr Christen sollten kirchen brechen und so stürmen / wie die Juden / So sollt auch hernach folgen / das wyr müsten leyblich tödten alle vnchristen / gleych wie den Juden gepotten war die Cananiter und Amoriter zu tödten so hart als die bilder zu brechen. Hie mit würde der Alstettisch geyst nichts mehr zuthun gewynnen / denn blut vergissen / und wilche nicht seyne hymlische stym höreten / musten alle von yhm erwürget werden / das die ergebnis nicht blieben ym volck Gottes / wilche viel grösser sind an den lebendigen unchristen / denn an den hültzen und steynen bilde. Dazu war solch gepott den Juden geben alls dem volck / das durch wunder Gottes bewerd war / das gewis Gottes volck war / und dennoch mit ordentlicher gewallt und oberkeyt solchs thet / und nicht sich eyne rotte aussondert. Aber diser geyst hat noch nicht beweyset / das da Gottes volck sey mit eynigem wunder / da zu rottet er sich selbs / als sey er alleyn Gottes volck / und feret zu on ordenlich gewallt von Gott verordenet und on Gott gepott / und will seynem geyst gegleubt haben.

Ergernis weg thun / mus durchs wort Gottes geschehen / Denn ob gleych alle euserliche ergernis zubrochen und abgethan weren / so hilffts nichts / wenn die hertzen nicht vom unglauben zum rechten glauben bracht werden. Denn eyn ungleubig hertz findet ymer new ergernis / wie unter den Juden auch geschach / das sie zehen abgott auffrichten / da sie vorhyn eynen zubrochen hatten. Drumb mus ym newen testament die reche weyse fur genomen werden / den teuffel und ergernis zuvertreyben / nemlich das wort Gottes und damit die hertzen abwenden / so fellt von yhm selbs wol teuffel und aller seyner pracht und gewallt.

Hie bey will ichs dis mal lassen bleyben / Und E.F.G. untertheniglich gebeten haben / das sie mit ernst zu solchem stürmen und schwürmen thun / auff das alleyne mit dem wort Gottes ynn disen sachen gehandelt werde / wie den Christen gepürt / und ursach der auffrhur / dazu sonst er omnes mehr denn zu viel geneygt ist / verhuetet werde. Denn es sind nicht Christen / die uber das wort auch mit feusten dran wöllen / und nicht viel mehr alles zu leyden bereyt sind / wenn sie sich gleych zehen heyliger geyst voll und aber voll berhümbten. Gottes barmhertzickeyt wollt E.F.G. ewiglich stercken und behueten.

E.F.G.

Untertheniger
Martinus
Luther.

Papst Hadrian an Kurfürsten Friedrich (Auszug)

Papst Hadrian an Kurfürsten Friedrich (Auszug)

1523

Also haben wir Alle es Dir zu danken, dass sie itzo weit und breit von der Einheit der Kirche abfallen, dass das ungelehrte Volk verführt wird, und durch unzähligen Betrug und Bezauberung von dem Glauben gezogen wird, den es von mütterlichen Brüsten gesogen hat; dass die Kirchen ohne Volk sind, die Völker ohne Priester, dass die Priester ohne Ehre sind und die Christen ohne Christo.

….

Du bist ein Schaaf, und sollst den Hirten nicht richten.

Wir entbieten Dir auch dies, in Kraft des allmächtigen Gottes und unsers Herrn Jesu Christi, dessen Stellvertreter wir auf Erden sind, dass Du dess in dieser Welt nicht ungestraft werdest bleiben, und folgend des ewigen Feuers hast zu gewarten. Darum bekehret euch wieder und thut Buße, Du und Deine unselig verführten Sachsen; ihr wolltet denn beide Schwerdt, das Päpstliche und das Kaiserliche, folgend erfahren.

Die Geschichte der Deutschen Reformation
Carl Heinrich Bresler
Zweiter Band
Danzig, 1847
Gerhard’sche Buchhandlung.

Jonas, Justus – An den Churfürsten Friedrich von Sachsen.

Jonas, Justus – An den Churfürsten Friedrich von Sachsen.

Wittenberg, 24. Aug. 1523.

Durchlauchtigster rc. Es darf keines Menschen oder keiner Creatur im Himmel oder auf Erden Urtheils, sondern wir sind’s je gewiß, Gott Lob, daß wir das lautere Wort Gottes und Evangelium haben, wie es der Herr Christus selbst geprediget, wie es Petrus und Paulus selbst geprediget und geschrieben haben, und sind je durch die Gezunge 1) hebräisch und griechisch, die Gott dazu eröffnet, wiederum zu klaren, einfaltigen, gewissen Verstand der Schrift kommen. Wem nun Gott gibt, das Wort rein zu hören, vielmehr wenn er es im Herzen erweckt, dem hat er wahrlich ein Großes gegeben. Denn es ist ein hoher theurer Schatz, dadurch Gott seine Erkenntniß, Geist und alle geistlichen Gaben und Verstand in die Herzen gibt. Darum so preiset Paulus dasselbe so groß und hoch im Eingang aller seiner Episteln, als 1. Cor. 1: „ich danke meinem Gott allezeit eurethalben, daß ihr seid durch ihn an allen Stücken reich gemacht an allerlei Wort und in allerlei Erkenntniß;“ und in Philippern auch am ersten: ich danke meinem Gott in alle eurem Gebet für euch, und thue das Gebet mit Freuden, daß ihr kommen seid in Gemeinschaft des Evangelii. Handelt nun würdiglich dem Evangelio, und lasset euch in keinem Weg erschrecken von den Widersachern. Ja schwer ists zugegangen allezeit in der Welt, die reine Lehre und das Evangelium aufzubringen, und wie wir öffentlich sehen am Apostel Paulo, daß er heftig wider falsche Lehre hat fechten müssen, ehe er das Evangelium in einem Volk hat aufbracht, also hat er nicht weniger kämpfen müssen, wenn es etwas aufbracht war, daß es falsche Lehrer nicht wieder unterdrückten. Denn unser Herr Gott und das Evangelium ist ein Gast in der Welt; der Teufel ist Wirth, Herr und Fürst der Welt, als ihn die Schrift nennet Joh. 12, 14. u. 16. und Ephes. rc. Das erscheinet auch daran wohl, daß sogar Gottes Sachen die Welt verachtet, und daß sein Regiment so stark in der Welt bei den Gottlosen gehet. Darum auch bald, wenn das Wort Gottes hervorgucket, brauchet der Satan seine Kraft, und alles, was hoch, klug, reich, gewaltig, fromm und nach Vernunft heilig ist, reizet er darwider, und fleißigt sich sonderlich, daß sein Anschlag einen Schein und Heiligkeit oder je eine schöne, hohe, seine Vernunft haben, also daß er aller Welt nicht ungleich ist, seine Anschläge und Tücke ohne den Geist Gottes zu merken oder verstehen; denn er verstellet sich oft zum Engel des Lichts 2. Cor. 11. Derhalben Röm. ult., da der Apostel von seiner, des Satans, höchsten Kunst, den Menschenlehren und Heiligkeiten gewarnet hat, und abermal angezogen, daß er sich freuet ihres Gehorsams und Zunehmens am Evangelium, wünschet er ihnen und saget: der Gott des Friedens zertrete den Satan unter eure Füße in Kurzem.

So denn das Evangelium einen solchen starken Widersacher hat in seinem Aufkommen, Mittel und Ende und eines großen göttlichen Verstandes bedarf, daß es eine kleine Zeit hervorblicket, so danken wir billig Gott über seiner unaussprechlichen Gabe alle, denen da widerfähret, das Evangelium lauter und rein zu hören. Denn Christus hat selbst gesagt, es wird die Zeit kommen, daß ihr werdet begehren zu sehen einen Tag des Menschensohnes, das ist das Evangelii, und werdet ihn nicht sehen. Wie nun der Apostel seine Lehre und das Evangelium als einen großen theuern Schatz allenthalben lobt, also warnt er auch aufs fleißigste, daß man sich je vor Aergerniß, sonderlich vor Aergerniß, das der Lehre stracks entgegen sei, hüten wolle: damit man die reiche Gottesgnade nicht umsonst empfahe, 2. Cor. 6 und Phil. 1 allein handelt nur würdiglich dem Evangelio.

Die Apostel vermahnen nichts so heftig, als das, daß man das Wort Gottes treibe, und dasselbige treulich lauter und rein stets predige, lehre, vermahne. Sie haben wohl gesehen als geistliche Leute, daß hier in des Teufels Reich dasselbe unser Schwert ist, Eph. 6. Also haben auch alle Propheten, als Jerem. 7 ein Exempel ist, von Vertrauen des äußerlichen Gottesdiensts aufs Wort Gottes und das Gesetz, das durch den Glauben erfüllet wird geweiset.

Ob auch gesagt würde, wir wären der kleinste Hauf der Christenheit, so hat doch dem Evangelio allezeit der kleinste Haufe angehangen, und wird auch wohl so zugehen bis zum Ende der Welt, und soll darum die göttliche Wahrheit nicht verachtet werden. Denn wenn man lange umgehet, so muß doch ein jeder in seinem Herzen inwendig durch den heil. Geist dessen gewiß werden, daß er sprechen könne, das ist Gottes Wort und Wahrheit und anders, wenn gleich Kaiser, Könige und alle Engel dawider wären. Sonst würd er in der Todesstunde, wenn er’s von dem Teufel erhalten soll, nicht bestehen. Also war Noah Genes. 6, 7, obwohl die ganze Welt wider ihn und seine Predigt war, und sein spottete, in seinem Herzen durch den Glauben gewiß, daß seine Predigt Gottes Wort wäre. Es muß vor der Vernunft klein und gering Ansehen haben, wodurch unser Herr Gott will was ausrichten. Welche mächtige große Werke hat Gott gethan durch den einigen Menschen Paulum! Welch groß unbegreiflich Werk bei der Vernunft hat er durch Mosen hinausgeführt!

Es ist nicht zu denken, daß man forthin zusehen wolle, bis daß die Höchsten und Größten in der Welt und der meiste Haufe diese Lehre annehme. Gottes Werke sind wunderlich, vielleicht steht es jetzt am höchsten. Alle Werke Gottes gehen gern also, wenn sie im Schwange gehen, so achtet ihrer niemand; wenn sie vorüber sind, so wird man ihrer erst gewahr. Ist das Wort das reine lautere Evangelium, wie es denn ist, so wird’s nicht also zunehmen, daß ihm der größte Haufe zufalle, sondern die ihm jetzo noch ernstlich anhangen, werden ihm noch ein Theil abfallen, wie Paulo widerfahren ist, 2. Tim. 1: Du weißest, daß sich von mir gewandt haben alle, die in Asia sind. Gott danke dem Hause Anesiphori, denn er hat mich oft erquicket, und hat sich meiner Ketten nicht geschämet. Und wird also (das Wort Gottes) zunehmen, wie es pfleget; nicht, daß es nach Vernunft in dieser Sache friedlicher werde, sondern daß die, so ihm anhangen, darum also mehr und mehr Verfolgung haben werden, eben wie Paulus Phil. 1 sagt: ich lasse euch wissen, das, wie es um mich stehet, das ist mir mehr zur Förderung des Evangelii gerathen, also daß meine Bande und Gefängniß ruchtbar worden sind in dem ganzen Rathhause und bei jedermann, und viel desto durstiger worden sind, das Wort zu reden ohne Scheu. Ja, also muß (das Wort) zunehmen, und daß (es) anders gehe, da sei Gott vor. Denn die Welt pflegt unsern Herr Gott mit seinem Evangelio nicht anders zu empfahen. Denn es wird doch endlich allen, die bei Gottes Wort halten wollen und das bekennen, nicht anders gehen, denn wie es den frommen Königen, Propheten und sonderlich David gegangen ist; Jetzund erschreckt ihn Gott aufs Aeußerste, jetzund warf er ihn darnieder, jetzund weckt er ihn wieder auf; daß Gott uns also lehre, wie gar überall nicht nach Vernunft, sondern im Glauben seine Sache und Wort will erhalten sein. Und also hat David im 117. Psalm seine Verlassenheit fein ausgedrückt.

Quelle:
Auserlesene geistvolle Briefe Der Reformatoren und sonstiger bedeutender Männer der evangelischen Kirche Zur christlichen Erbauung und Belehrung von C.E. Renner, evangelischem Pfarrer. Stuttgart. C. Cammerer (früher H. W. Beck’S Verlag.) 1862

Nikolaus von Amsdorff an Friedrich von Sachsen

Nikolaus von Amsdorff an Friedrich von Sachsen

17. März 1523

Durchlauchtigster, Hochgeborner Churfürst. Meine unterthänige, verpflichte, gehorsame Dienste allezeit zuvor. Gestrenger Herr. Ich habe E. Chf. G. einen langen ungeschickten rief, wie es mir dazumal einfiel, geschrieben, und doch nicht eigentlich weiß, was ich beschlossen habe. Bitte derhalben unterhäniglich, E. Chf. G. wolle derowegen keinen ungnädigen Willen tragen, und mir solches gnädiglich verzeihen. Und ist dieß meine endliche Meinung: dieweil klar und öffentlich durch die heil. Schrift bewährt und gegründet ist, daß alle gestiftete und Präsenz-Messen nicht allein ohne Gottes Wort und Christi Einsetzung, das noch zu leiden wäre, wiewohl es auch einem Christen verdächtig seyn soll, sondern auch straks darwider fundirt und gestiftet seyn, so weiß ich dieselbigen nicht zu halten, auch nicht darüber zu halten, daß es andre thun, kann auch niemand dazu treiben, zwingen, oder dringen, wie einem Dechaut bisher geeignet und gebühret hat.

Derhalben kann ich die Dechaney in keinem Weg dergestalt annehmen. sind ihrer doch wohl, die es, als sie sagen, mit gutem Gewissen thun können, und wollten nicht ein Land nehmen, daß bei ihnen (die Messen) sollten abkommen. Denen trete ich abe, und weiche ihnen willig und gern aus Nothdurft meines Gewissens, das weiß Gott. Bitte unterthäniglich, E. Chf. G. wollte dieß nicht anders, denn gnädiglich von mir annehmen. Das will ich allezeit mit meinem unterthänigen Gehorsam geflissen seyn zu verdienen.

Ex. Wittenberga 1523 Dinstag nach Laetare.

E. Chf. G.
unterthäniger
Nicolaus Amsdorff.

Corpus Reformatorum
Edidit
Carolus Gottlieb Bretschneider
Volumen I.
Halis Saxonum
Apud C. A. Schwetschke et Filium
1834

Amsdorff an Friedrich den Weisen, 17.3.1523

Amsdorff an Friedrich den Weisen, 17.3.1523

Durchlauchtigster, Hochgeborner Churfürst. Meine unterthänige, verpflichte, gehorsame Dienste allezeit zuvor. Gestrenger Herr. Ich habe E. Chf. G. einen langen ungeschickten Brief, wie mir es dazumal einfiel, geschrieben, und doch nicht eigentlich weiß, was ich beschlossen habe. Bitte derhalben unterthäniglich, E. Chf. G. wolle derowegen keinen ungnädigen Willen tragen, und mir solches gnädiglich verzeihen. Und ist dieß meine endliche Meinung: dieweil klar und öffentlich durch die heil. Schrift bewährt und gegründet ist, daß alle gestiftete und Präsenz-Messen nicht allein ohne Gottes Wort und Christi Einsetzung, das noch zu leiden wäre, wiewohl es auch einem Christen verdächtig seyn soll, sondern auch straks darwider fundirt und gestiftet seyn, so weiß ich dieselbigen nicht zu halten, auch nicht darüber zu halten, daß es andre thun, kann auch niemand dazu treiben, zwingen, oder dringen, wie einem Dechant bisher geeignet und gebühret hat.

Derhalben kann ich die Dechaney in keinem Weg dergestalt annehmen. (Es) sind ihrer doch wohl, die es, als sie sagen, mit gutem Gewissen thun können, und wollten nicht ein Land nehmen, daß bei ihnen (die Messen) sollten abkommen. Denen trete ich abe, und weiche ihnen willig und gern aus Nothdurft meines Gewissens, das weiß Gott. Bitte unterthänigliche, E. Chf. G. wollte dieß nicht anders, denn gnädiglich von mir annehmen. Das will ich allezeit mit meinem unterthänigen Gehorsam geflissen seyn zu verdienen. Ex Wittenberga 1523 Dinstag nach Laetare.

E. Chf. G. 
unterthäniger
Nicolaus Amsdorff.

Bretschneider, Carolus Gottlieb
Corpus Reformatorum
Volumen 1
Halis Saxonum
C. A. Schwetschke und Sohn
1834
Luther, Martin – An Churfürst Friedrich von Sachsen (15.3.1522)

Luther, Martin – An Churfürst Friedrich von Sachsen (15.3.1522)

Dem Durchlauchtigsten, Hochgebornen Fürsten und Herrn, Herrn Friedrich, Herzog zu Sachsen, des heiligen Römischen Reichs Churfürsten, Landgrafen in Thüringen, Markgrafen zu Meißen, meinem gnädigsten Herrn und Patron.

Gunst und Friede von Gott unserm Vater und unserm Herrn Jesu Christo und mein unterthänigsten Dienst.

Durchlauchtigster, Hochgeborner Churfürst, Gnädigster Herr!

Ew. Churf. Gn. Schrift und gnädiges Bedenken ist mir zugekommen Freitag zu Abend, als ich auf morgen Sonnabend wollt ausreiten. Daß es Ew. Churf. Gn. aufs allerbeste meine, bedarf freilich bei mir weder Bekenntnis) noch Zeugniß, denn ich mich deß, so viel menschlich Erkundung giebt, gewiß achte. –

Von meiner Sach‘ aber, gnädigster Herr, antworte ich also: Ew. Churf. Gn. weiß, oder weiß sie es nicht, so lasse sie es sich hiermit kund sein: daß ich das Evangelium nicht von Menschen, sondern allein vom Himmel durch unsern Herrn Jesum Christum habe, so daß ich mich wohl hätte mögen, (wie ich denn hinfort thun will,) einen Knecht und Evangelisten rühmen und schreiben. Daß ich mich aber zum Verhör und Gericht erboten habe, ist geschehen, nicht weil ich an der Wahrheit zweifelte, sondern aus übriger Demuth die Andern zu locken. Nun ich aber sehe, daß meine allzugroße Demuth gelangen will zur Niedrigung des Evangelii und der Teufel den Platz ganz einnehmen will, wo ich ihm nur eine Hand breit räume, muß ich aus Noth meines Gewissens anders dazu thun. Ich hab‘ Ew. Churf. Gn. genug gethan, daß ich dieß Jahr gewichen bin Ew. Churf. Gn. zu Dienst. Denn der Teufel weiß sehr wohl, daß ich’s aus keinem Zag gethan hab. Er sah mein Herz wohl, da ich zu Worms ankam, daß, wenn ich gewußt hätte, daß soviel Teufel auf mich gehalten hätten, als Ziegel auf den Dächern sind, so wäre ich . dennoch mitten unter sie gesprungen mit Freuden.

Nun ist Herzog Georg noch weit ungleich einem einzigen Teufel. Und sintemal der Vater der unergründlichen Barmherzigkeit uns durch das Evangelium zu freudigen Herren gemacht hat über alle Teufel und Tod, und uns gegeben hat den Reichthum der Zuversicht, daß wir dürfen zu ihm fagen: „Herzlichster Vater“: so kann Ew. Churf. Gn. selbst ermessen, daß es solchem Vater die höchste Schmach ist, so wir nicht so wohl ihm vertrauen sollten, daß wir auch Herren über Herzog Georgs Zorn sind. Das weiß ich ja von mir wohl, wenn diese Sache zu Leipzig also stände wie zu Wittenberg, so wollte ich doch hinein reiten, weuns gleich – Ew. Churf. Gn. verzeihen mir mein narrisch Reden, – neun Tage eitel Herzog Georgen regnete, und ein jeder wäre neunfach wüthender, denn dieser ist. Er hält meinen Herrn Christum für einen Mann aus Stroh geflochten; das kann mein Herr und ich eine Zeit lang wohl leiden. Ich will aber Ew. Churf. Gn. nicht verbergen, daß ich für Herzog Georg nicht einmal, sondern gar oft gebeten und geweint habe, daß ihn Gott erleuchten wolle. Ich will auch noch einmal bitten und weinen, darnach nimmermehr. Und ich bitte Ew. Churf. Gn. woll auch helfen und bitten lassen, ob wir das Urtheil könnten von ihm wenden, das – ach Herr Gott! – auf ihn dringt ohne Unterlaß. Ich wollte Herzog Georgen schnell mit einem Worte erwürgen, wenn es damit wäre ausgericht.

Solches sei Ew. Churf. Gn. geschrieben der Meinung, daß Ew. Churf. Gn. wisse, ich komme gen Wittenberg in gar viel einem höhern Schutz denn des Churfürsten. Ich hab’s auch nicht im Sinn, von Ew. Churf. Gn. Schutz zu begehren. Ja, ich halt, ich wolle Ew. Churf. Gn. mehr schützen, denn sie mich schützen könnte. Dazu, wenn ich wüßte, daß mich Ew. Churf. Gn. könnte und wollte schützen, so wollt ich nicht kommen. Dieser Sachen soll noch kann kein Schwert rathen oder helfen, Gott muß hie allein schaffen, ohne alles menschliche Sorgen und Zuthun. Darum, wer am meisten glaubt, der wird hie am meisten schützen. Dieweil ich denn nun spüre, daß Ew. Churf. Gn. noch gar schwach ist im Glauben, kann ich in keinerlei Wege Ew. Churf. Gn. für den Mann ansehen, der mich schützen oder retten könnte.

Daß nun Ew. Churf. Gn. begehrt zu wissen, was sie thun soll in dieser Sache, zumal sie meint, sie habe viel zu wenig gethan: antworte ich unterthäniglich: Ew. Churf. Gn. hat schon allzuviel gethan und sollt gar nichts thun. Denn Gott will und kann nicht leiden Ew. Churf. Gn. oder mein Sorgen und Treiben. Er will’s ihm gelassen haben, sich und keinem andern. Da mag sich Ew. Churf. Gn. nach richten.

Glaubt Ew. Churf. Gn. dieß, so wird sie sicher sein und Friede haben; glaubt sie nicht, so glaube doch ich und muß Ew. Churf. Gn. Unglauben lassen seine Qual in Sorgen haben, wie sichs gebührt allen Ungläubigen zu, leiden. Die. weil ich denn Ew. Churf. Gn. nicht folgen will, so ist sie vor Gott entschuldigt, so ich gefangen oder getödtet würde. Vor den Menschen soll Ew. Churf. Gn. sich also halten: nämlich als ein Churfürst der Obrigkeit gehorsam sein, und Kaiserl. Maj. in ihren Städten und Ländern mit Leib und Gut lassen walten, wie sich s gebührt nach Reichsordnung, und ja nicht wehren noch sich widersetzen der Gewalt, so sie mich sahen oder tödten will. Denn die Gewalt soll Niemand brechen, denn allein der, welcher sie eingesetzt hat, sonst ist’s Empörung und wider Gott. Ich hoffe aber, sie werden der Vernunft brauchen und erkennen, daß Ew. Churf. Gn. in einer höhern Wiege geboren ist, denn daß sie selbst Stockmeister an mir werden sollten. Wenn Ew. Churf. Gn. das Thor offen läßt und das freie Churfürstliche Geleit hält, wenn sie selbst kämen mich zu holen oder ihre Gesandten: so hat Ew. Churf. Gn. dem Gehorsam genug gethan. Denn Christus hat mich nicht gelehrt, zum Schaden eines Andern ein Christ zu sein. Werden sie aber so unvernünftig sein und gebieten, daß Ew. Churf. Gn. selbst die Hand an mich lege, so will ich alsdann sagen, was zu thun ist; ich will Ew. Churf. Gn. vor Schaden und Gefahr an Leib, Gut und Seele sicher halten meiner Sache halben; es glaube es Ew. Churf. Gn. oder glaube es nicht.

Hiemit befehle ich Ew. Churf. Gn. in Gottes Gnaden, das Weitere wollen wir reden, so es Noth ist. Denn diese Schrift habe ich eilend abgefertigt, damit nicht Ew. Churf. Gn. Betrübniß ankomme vom Gerücht meiner Ankunft; denn ich soll und muß Jedermann tröstlich und nicht schädlich sein, will ich ein rechter Christ sein. Es ist ein anderer Mann, denn Herzog Georg, mit dem ich handle, der kennt mich fast wohl und ich kenne ihn nicht übel. Wenn Ew. Churf. Gn. glaubte, so würde sie Gottes Herrlichkeit sehen; weil sie aber noch nicht glaubt, hat sie auch noch nichts gesehen. Gott sei Lieb und Lob in Ewigkeit. Amen. Gegeben zu Borna bei dem Geleitsmann am Aschermittwoch 15. März Anno 1522.

Ew. Churf. Gn. unterthäniger Diener
Martin Luther.

Quelle:
Hase, Carl Alfred – Luther-Briefe in Auswahl und Uebersetzung für die Gemeinde herausgegeben Leipzig, Druck und Verlag von Breitkopf und Härtel 1867

Luther, Martin – An den Kurfürsten Friedrich, vom 7. März 1522.

Luther, Martin – An den Kurfürsten Friedrich, vom 7. März 1522.

Der furchtsame Kurfürst hatte Luthern aufgefordert, an ihn ein Schreiben zu richten, darin er anzeige, aus was für Ursache er sich nach Wittenberg begeben habe und daß dieß ohne des Kurfürsten Willen und Zulassen geschehen sei. Dieses Schreiben wollte der Kurfürst an etliche seiner Herrn und Freunde gelangen lassen, damit Glimpf zu erhalten. Diesem Verlangen des Kurfürsten leistet Luther in diesem Briefe Folge.

Gunst und Friede von Gott unserem Vater und unserm Herrn Jesu Christo, Amen; und meine unterthänige Dienste.

Durchlauchtigster, Hochgeborner Fürst und Gnädigster Herr! Ich habe fast wohl bedacht, das es möchte E. K. F. G. billig beschwerlich sein, so ich ohn E. K. F. G. Willen und Zulassen mich wiederum gen Wittenberg wenden würde; sintemal es ein scheinlich Ansehen hat, E. K. F. G. und allem Land und Leuten ein große Fahr entstehen möchte; zuvor aber mir selbst, als dem, der durch päbstliche und kaiserliche Gewalt verbannet und verdammt, alle Stunde des Todes gewarten müßte.

Wie soll ich ihm aber thun? Ursach dringt und Gott zwingt und ruft; es muß und will also sein: so sei es also in dem Namen Jesu Christi, des Herrn über Leben und Tod.

Doch, daß E. K. F. G. nicht verhalten seien meine Ursachen, will ich etliche, so ich jetzt fühle, E. K. F. G. zu erkennen geben. Und aufs erste thue ich ja solches nicht aus Verachtung Kaiserlicher Majestät Gewalt, oder E. K. F. G. oder irgend einiger Oberkeit. Denn wiewohl nicht allzeit der menschlichen Oberkeit zu gehorchen ist, nämlich wenn sie etwas wider Gotts Wort vornimmt; so ist sie doch nimmer zu verachten, sondern zu ehren. Christus rechtfertiget Pilatus Urtheil nicht; aber er stieß ihn noch den Kaiser drum nicht vom Stuhl, veracht ihn auch nicht.

Die erste Ursache ist, daß ich schriftlich berufen bin von der gemeinen Kirche zu Wittenberg mit großem Flehen und Bitten. Dieweil nun Niemand läugnen kann, daß durch mich das Wesen angefangen ist, und ich muß mich bekennen einen unterthänigen Diener solcher Kirchen, zu der mich Gott gesandt hat: ist mirs in keinem Weg abzuschlagen gewesen, ich wollt denn christlicher Liebe Treu und Werk versagt haben. Ob nun viel sind, die dieß Wesen für teuflisch Ding ansehen, und örtern1) und verdammen, die ohne Zweifel diese Ursache für nichts achten, sondern vielmehr billig halten, man soll Wittenberg, und was da angefangen ist, versinken lassen; so bin ich doch damit nicht entschuldiget; denn Gott wird mich nicht richten nach anderer, ihr seien viel oder wenig, Glauben oder Unglauben, sondern nach meinem Gewissen. Denn ich weiß, daß mein Wort und Anfang nicht aus mir, sondern aus Gott ist, daß mir kein Tod noch Verfolgung anders lehren wird; mich dünkt auch, man werde es müssen lassen bleiben.

Die ander ist, daß zu Wittenberg, durch mein Abwesen, mir der Satan in meine Hürden gefallen ist, und, wie jetzt alle Welt schreiet, und auch wahr ist, etliche Stück zugericht hat, die ich mit keiner Schrift stillen kann, sondern muß mit selbwärtiger Person und lebendigem Mund und Ohren da handeln; ist mir kein länger Sparen noch Verziehen träglich in meinem Gewissen gewesen. Derhalben mir nicht allein E. K. F. G. Gnade und Ungnade, sondern auch aller Welt Zorn und Unzorn hintan zu setzen gewesen ist. Sie ist je meine Hürden, mir von Gott befohlen, es sind meine Kinder in Christo; da ist keine Disputation mehr gewesen, ob ich kommen oder nicht kommen soll. Ich bin schuldig, den Tod für sie zu leiden; das will ich auch gern und fröhlich thun, mit Gottes Gnaden, wie denn Christus fordert, Joh. 10, (12). Hätte ich aber der Sachen mit Briefen, wie bisher, helfen mögen, daß nicht noch gewesen wäre mir zu rufen: warum sollt ich nicht gerne auch ewiglich von Wittenberg zu bleiben bewilligen? sintemal ich auch sterben soll, um meines Nächsten willen.

Die dritte ist, daß ich mir übel fürchte, und sorge, ich sei sein, leider, allzu gewiß, vor einer großen Empörung in deutschen Landen, damit Gott deutsche Nation strafen wird. Denn wir sehen, daß dies Evangelium fällt in den gemeinen Mann trefflich, und sie nehmens fleischlich auf; sehen, daß es wahr ist, und wollens doch nicht recht brauchen. Dazu helfen nun die, so da sollten solch Empörung stillen, fahen an mit Gewalt das Licht zu dämpfen, sehen aber nicht, daß sie dadurch die Herzen nur erbittern, und zu Aufruhr zwingen, und sich eben stellen, als wollten sie selbst, oder je ihre Kinder vertilget werden; welches ohne Zweifel Gott also schickt zur Plage. Denn die geistliche Tyrannei ist geschwächt, dahin allein ich trachtet mit meinem Schreiben: nun sehe ich, Gott will es weiter treiben, wie er Jerusalem und seinen beiden Regimenten that. Ich habs neulich erlernet, daß nicht allein geistlich, sondern auch weltlich Gewalt muß dem Evangelio weichen, es geschehe mit Lieb oder Leid; wie es in allen Historien der Biblien klärlich sich weiset. Nun hat Gott gefordert durch Ezechiel, man soll sich gegen ihn setzen, als eine Mauer für das Volk; darum ich auch gedacht mit meinen Freunden noch sein davon zu handeln, ob wir Gottes Urtheil möchten wenden oder aufziehen.

Ob nun wohl diese Sache mir selbst vergeblich, dazu meinen Feinden lächerlich sein würde, wenn sie es höreten; muß ich dennoch thun, was ich sehe, und weiß zu thun. Denn das soll E. K. F. G. wissen, und gewiß drauf sich verlassen, es ist viel anders im Himmel, denn zu Nürnberg2) beschlossen: und werden leider sehen, daß die, so jetzt meinen, sie habens Evangelium gefressen, wie sie noch nicht haben das Benedicte gesprochen3).

Es sind wohl mehr Ursachen, die mich noch nicht recht dringen, darum ich auch nicht auf sie dringe, oder tief nachdenke. Es ist allzuviel an der, daß das Evangelium Noth leidet: darum kein Mensch mir anzusehen gewesen ist.

Hiemit bitte ich E. K. F. G. wollten mir gnädiglich zu gut halten meine Zukunft in E. K. F. G. Stadt, ohn E. K. F. G. Wissen und Willen. Denn E. K. F. G. ist nur der Güter und Leibe ein Herr; Christus aber ist auch der Seelen ein Herr, zu welchen er mich gesandt, und dazu erweckt hat; die muß ich nicht lassen. Ich hoffe, mein Herr Christus sei unser Feinde mächtig, und werde mich für ihnen wohl schützen können, so er will. Will er aber nicht, so geschehe sein lieber Wille: es soll doch an mir E. K. F. G. kein Fahr noch Leid geschehen, das weiß ich fürwahr.

Gott laß ihm E. K. F. G. barmherziglich befohlen sein. Geben zu Wittenberg, am Freitag ante Invocavit, 1522.

E. Kurfürstl. Gnaden
unterthäniger Diener Martinus Luther.

Nachschrift. Wo E. K. F. G. diese Form nicht gefället, bitte ich unterthäniglich, E. K. F. G. wollt selbst eine gefällige stellen lassen, und mir zuschicken; denn ich auch nichts scheuen habe, ob der nächste Brief an E. K. F. G. auskäme. Ich will nichts handeln hinfort, das ich nicht am Tage möcht leiden und ansehen lassen. Wiewohl ich die Empörung, die ich bisher verachtet und über die Priesterschaft allein gedacht, nicht gefurcht habe; nun aber sorge ich, sie möchte an der Herrschaft anfahen, und die Priesterschaft, wie eine Landplage, mit einwickeln. Doch das wird und soll nicht eher geschehen, denn nach des Evangelii Verfolgung und Vertilgung, wie es zuvor allzeit geschehen.

1) d. i. untersuchen, richten, verurtheilen.
2) auf dem im J. 1522 daselbst gehaltenen Reichstage.
3) d. h. wird den Feinden die Ausrottung des Evangeliums nicht gelingen.

Quelle:
Luthers Volksbibliothek Zu Nutz und Frommen des Lutherschen Christenvolks ausgewählte vollständige Schriften Dr. Martin Luthers, unverändert mit den nöthigen erläuternden Bemerkungen abgedruckt. Herausgegeben von dem Amerikanischen Lutherverein zur Herausgabe Luther’scher Schriften für das Volk Siebenter Band St. Louis, Mo. Druck von Aug. Wiebusch u. Sohn. 1862

Luther, Martin – An den Kurfürsten Friedrich, vom 5. März 1522.

Luther, Martin – An den Kurfürsten Friedrich, vom 5. März 1522.

Dem Durchlauchtigsten, Hochgebornen Fürsten und Herrn, Herrn Friedrich, Herzogen zu Sachsen, des heiligen römischen Reichs Kurfürsten, Landgrafen in Thüringen, Markgrafen zu Meissen, meinem gnädigsten Herrn und Patron.

Gunst und Friede von Gott unserm Vater, und unserm Herrn Jesu Christo, und mein unterthänigste Dienst.

Durchlauchtigster, Hochgeborner Kurfürst, Gnädigster Herr! E. K. F. G. Schrift und gnädiges Bedenken ist mir zukommen auf Freitag zu Abend, als ich auf morgen, Sonnabend, wollt ausreiten. Und daß es E. K. F. G. aufs Allerbeste meine, darf freilich bei mir weder Bekenntniß noch Zeugniß; denn ich mich deß, so viel menschlich Erkundung gibt, gewiß achte. Wiederum aber, daß ichs auch gut meine, dünkt mich, ich wisse es aus höher denn aus menschlicher Erkundigung; damit aber ist nichts gethan.

Ich hab mich aber lassen ansehen E. K. F. G. Schrift, als hätte meine Schrift E. K. F. G. ein wenig bewegt, damit daß ich schriebe, E. K. F. G. sollt weise sein1). Doch wider solchen Wahn hat mich meine große Zuversicht bescheiden, daß E. K. F. G. mein Herz wohl besser erkennet, denn daß ich mich mit solcher Art Worten E. K. F. G. hochberühmte Vernunft stockern sollte. Denn ich hoffe, es sei mein Herz je an dem, daß ich aus Grund, ohn alles Heucheln, ein Lust und Gefallen allzeit an E. K. F. G. für allen Fürsten und Oberkeiten gehabt. Was ich aber geschrieben habe, ist aus Sorgen geschehen, daß ich E. K. F. G. wollt trösten: nicht meiner Sach halben, davon ich dazumal kein Gedanken hatte, sondern des ungeschickten Handelns halben, nämlich zu Wittenberg, zu großer Schmach des Evangelii, durch die Unsern entstanden2). Da war mir Angst, E. K. F. G. würden deß ein groß Beschwerung tragen. Denn mich auch selbst der Jammer also hat zutrieben, daß, wo ich nicht gewiß wäre, daß lauter Evangelium bei uns ist, hätte ich verzaget an der Sache. Alles, was bisher mir zu Leide gethan ist in diesen Sachen, ist Schimpf und nichts gewesen. Ich wollts auch, wenn es hätte können sein, mit meinem Leben gern erkaust haben. Denn es ist also gehandelt, daß wirs weder für Gott, noch für der Welt verantworten können; und liegt doch mir auf dem Halse, und zuvor dem heiligen Evangelio. Das thut mir von Herzen wehe. Darum, gnädigster Herr, meine Schrift sich nicht weiter streckt, denn auf derjenigen, und nicht auf meinen Handel, daß E. K. F. G. sollten nicht ansehen das gegenwärtige Bild des Teufels in diesem Spiel. Und solche Ermahnung, ob sie E. K. F. G. nicht noth wäre, ist sie doch mir nöthlich zu thun gewesen.

Von meiner Sache aber, gnädigster Herr, antworte ich also: E. K. F. G. weiß, oder weiß sie es nicht, so laß sie es ihr hiermit kund sein, daß ich das Evangelium nickt von Menschen, sondern allein vom Himmel, durch unsern Herrn Jesum Christum habe, daß ich mich wohl hätte mögen (wie ich denn hinfort thun will) einen Knecht und Evangelisten rühmen und schreiben. Daß ich mich aber zur Verhöre und Gericht erboten habe, ist geschehen, nicht daß ich dran zweifelt, sondern aus übriger Demuth, die andern zu locken. Nun ich aber sehe, daß meine zuviel Demuth gelangen will zur Niedrigung des Evangelii, und der Teufel den Platz ganz einnehmen will, wo ich ihm nur ein Hand breit räume, muß ich aus Noth meines Gewissens anders dazu thun. Ich hab E. K. F. G. gnug gethan, daß ich dies Jahr gewichen bin, E. K. F. G. zu Dienst. Denn der Teufel weiß fast wohl, daß ichs aus keinem Zag gethan habe. Er sahe mein Herz wohl, da ich zu Worms einkam, daß, wenn ich hätte gewußt, daß so viel Teufel auf mich gehalten hätten, als Ziegel auf den Dächern sind, wäre ich dennoch mitten unter sie gesprungen mit Freuden.

Nun ist Herzog Georg noch weit ungleich einem einigen Teufel. Und sintemal der Vater der abgründlichen Barmherzigkeit uns durchs Evangelium hat gemacht freudige Herrn über alle Teufel und Tod, und uns geben den Reichthum der Zuversicht, daß wir dürfen zu ihm sagen, herzliebster Vater: kann E. K. F. G. selbst ermessen, daß es solchem Vater die höheste Schmach ist, so wir nicht sowohl ihm vertrauen sollten, daß wir auch Herren über Herzog Georgen Zorn sind. Das weiß ich je von mir wohl, wenn diese Sache zu Leipzig3) also stünde, wie zu Wittenberg, so wollte ich doch hinein reiten, wenns gleich (E. K. F. G. verzeihe mir mein närrisch Reden,) neun Tage eitel Herzog Georgen regnete, und ein jeglicher wäre neunfach wüthender, denn dieser ist. Er hält meinen Herrn Christum für einen Mann aus Stroh geflochten; das kann mein Herr, und ich, eine Zeit lang wohl leiden. Ich will aber E. K. F. G. nicht verbergen, daß ich für Herzog Georgen habe nicht einmal4) gebeten und geweinet, daß ihn Gott wolle erleuchten. Ich will auch noch einmal bitten und weinen, darnach nimmermehr. Und bitte, E. K. F. G. wollt auch helfen bitten und bitten lassen, ob wir das Urtheil könnten von ihm wenden, das (ach Herr Gott!) auf ihn dringt ohn Unterlaß. Ich wollt Herzog Georgen schnell mit einem Wort erwürgen, wenn es damit wäre ausgericht.

Solches sei E. K. F. G. geschrieben, der Meinung, daß E. K. F. G. wisse, ich komme gen Wittenberg in gar viel einem höhern Schutz, denn des Kurfürsten. Ich habs auch nicht im Sinn, von E. K. F. G. Schutz begehren. Ja, ich halt, ich wolle E. K. F. G. mehr schützen, denn sie mich schützen könnte. Dazu wenn ich wüßte, daß mich E. K. F. G. könnte und wollte schützen, so wollte ich nicht kommen. Dieser Sachen soll, noch kann kein Schwert rathen oder helfen; Gott muß hie allein schaffen, ohn alles menschlich Sorgen und Zuthun. Darum wer am meisten gläubt, der wird hie am meisten schützen. Dieweil ich denn nun spüre, daß E. K. F. G. noch gar schwach ist im Glauben, kann ich keinerleiwege E. K. F. G. für den Mann ansehen, der mich schützen oder retten könnte.

Daß nun auch E. K. F. G. begehrt zu wissen, was sie thun solle in dieser Sachen, sintemal sie es achte, sie habe viel zu wenig gethan; antworte ich unterthäniglich: E. K. F. G. hat schon allzuviel gethan, und sollt gar nichts thun. Denn Gott will und kann nicht leiden E. K. F. G. oder mein Sorgen und Treiben. Er wills ihm gelassen haben, deß und kein anderes; da mag sich E. K. F. G. nach richten. Gläubt E. K. F. G. dieß, so wird sie sicher sein, und Friede haben: gläubt sie nicht, so gläube doch ich, und muß E. K. F. G. Unglauben lassen seine Qual in Sorgen haben, wie sichs gebührt allen Ungläubigen zu leiden. Dieweil denn ich nicht will E. K. F. G. folgen, so ist E. K. F. G. für Gott entschuldiget, so ich gefangen oder getödtet würde. Für den Menschen soll E. K. F. G. also sich halten: nämlich der Oberteil, als ein Kurfürst, gehorsam sein, und Kaiserl. Maj. lassen walten in E. K. F. G. Städten und Ländern, an Leib und Gut, wie sichs gebührt, nach Reichs-Ordnung, und ja nicht wehren noch widersetzen, noch Widersatz oder irgend ein Hinderniß begehren, der Gewalt, so sie mich fahen oder tödten will. Denn die Gewalt soll niemand brechen noch widerstehen, denn alleine der, der sie eingesetzt hat; sonst ists Empörung und wider Gott. Ich hoffe aber, sie werden der Vernunft brauchen, daß sie E. K. F. G. erkennen werden, als in einer höhern Wiegen geboren, denn daß sie selbst sollt Stockmeister über mir werden. Wenn E. K. F. G. die Thore offen läßt, und das frei Kurfürstliche Geleit hält, wenn sie selbst kämen, mich zu holen, oder ihre Gesandten; so hat E. K. F. G. dem Gehorsam genug gethan. Sie können je nicht Höheres von E. K. F. G. fordern, denn daß sie den Luther wollen bei E. K. F. G. wissen. Und das soll geschehen ohne E. K. F. G. Sorgen, Thun und einiger Fahr. Denn Christus hat mich nicht gelehrt, mit eines andern Schaden ein Christ sein. Werden sie aber je so unvernünftig sein und gebieten, daß E. K. F. G. selbst die Hand an mich lege, will ich E. K. F. G. alsdenn sagen, was zu thun ist: Ich will E. K. F. G. Schaden und Fahr sicher halten an Leib, Gut und Seele, meiner Sachen halben, es gläube es E. K. F. G. oder gläubs nicht.

Hiemit befehl ich E. K. F. G. in Gottes Gnaden. Weiter wollen wir aufs schierst reden, so es noth ist. Denn diese Schrift hab ich eilend abgefertigt, daß nicht E. K. F. G. Betrübniß anführe von dem Gehöre meiner Zukunft; denn ich soll und muß Jedermann tröstlich und nicht schädlich sein, will ich ein rechter Christ sein. Es ist ein ander Mann, denn Herzog Georg, mit dem ich handel, der kennet mich fast wohl und ich kenne ihn nicht übel. Wenn E. K. F. G. gläubte, so würde sie Gottes Herrlichkeit sehen; weil sie aber noch nicht gläubt, hat sie auch noch nichts gesehen. Gott sei Lieb und Lob in Ewigkeit, Amen. Geben zu Borne bei dem Gleitsmann, am Aschermittwoch, Anno 1522. E. K. F. G. unterthäniger Diener

Martinus Luther.

1) Luther bezieht sich auf einen frühern Brief, den er an den Kurfürsten geschrieben hatte.
2) er meint den Unfug der Bilderstürmer, an dem auch Carlstadt Theil genommen hatte.
3) Leipzig gehörte damals dem Herzog Georg, einem heftigen Feind Luthers
4) d. h. nicht bloß einmal, sondern oft.

Quelle:
Luthers Volksbibliothek Zu Nutz und Frommen des Lutherschen Christenvolks ausgewählte vollständige Schriften Dr. Martin Luthers, unverändert mit den nöthigen erläuternden Bemerkungen abgedruckt. Herausgegeben von dem Amerikanischen Lutherverein zur Herausgabe Luther’scher Schriften für das Volk Siebenter Band St. Louis, Mo. Druck von Aug. Wiebusch u. Sohn. 1862

Bodenstein an Friedrich den Weisen, 6.1.1522

Bodenstein an Friedrich den Weisen, 6.1.1522

Durchlauchtigster, Hochgeborner Churfürst, gnädigster Herr. Ew. Chf. G. sind meine unterthänige Dienste zuvor in Fleiß bereit. Gnädigster Herr. Ich habe in heiliger Schrift vermerkt, daß kein Stand Gott behaglicher, und christlicher Freiheit nützlicher und dienlicher ist, denn der eheliche Stand, welcher mit viel und großen Benedeiungen auch begnadet und beziert ist, wenn er göttlich gelebt wird Inhalts göttlicher Einsetzung. Ich habe auch beherziget, daß Gott seine Priester zum ehelichen Stande erfordert, und ihnen Form und Maaß ehelichen Lebens vorgeschrieben, und eingeben hat, darnach zu leben. Insonderheit betrachte ich, daß viel arme, elende, betrogene und verlorne Pfaffen eine lange Zeit in des Teufels Gefängniß und Kerker liegen, denen ohne Zweifel durch vorgehende Exempel und Fürbilde möchte gerathen und geholfen werden. Demnach habe ich mich in Ansehen und Aufachtung etlicher meiner Herren und Freunde mit der ehrbaren Jungrau Anna Mochau verlobt, und bin willens, so das der allmächtige Gott verhängt, die Hochzeit auf St. Sebastiansabend schies kommende anzufahen, und folgenden Tag alles in Beiseyn meiner geliebten Herren Förderer, Gönner und Freunde zu vollziehen. E. Chf. G. derhalben ganz unterthäniges Fleißes, E. Chf. G. wollen sich in Gnaden allhie erzeigen. Das will ich nun höchstgedachte E. Chf. G. in aller Unterthänigkeit und Gehorsam meines höchsten Vermögens allezeit erfunden werden. Wittenberg Mondtags Epiphaniae 1522.

E. Chf. G.
unterthäniger Diener
Andreas Bodenstein
von Karolstadt.

Bretschneider, Carolus Gottlieb
Corpus Reformatorum
Volumen 1
Halis Saxonum
C. A. Schwetschke und Sohn
1834