Gerhard Wilskamp an Luther und Melanchthon

Gerhard Wilskamp an Luther und Melanchthon

14.4.1532

Dem werdigen und goddenstigen Doctor Martino Luther und Meyster Philippo Melanchton to Wittenberg.

Gnade und frede. Werdigen leven Doctores! Wy hebn dat Büchlyn von juwen liefften underschreven und corrigert myt goten verlangende und danckseggend wedder untfangen sampt juwen breven. Uns konde to der typ nicht nodigers widderfaren, wand des mutwilgen versprekens over uns vam predickstohl was over de mathe tho vol. De argeste Duvel uth der Hellen heft dyt spöl angerichtet, id wort em averst, wil Got, nicht gelengen, sunder dorch jw tobraken, dat de sake dorch gades gnaden wedder to gude worde, und wy wedder to samende eyn werden in Christo, der syne aposteln ok vaken vereniget heft. Dar werden lüde an jw afgeferdiget tegen uns; so bidde und ermane ik jw in Christo, gy jw nicht bewegen laten wedder de warheit des büchlins noch myt volheit der tügen, edder umstendicheit der saken, wen ok schon eyn Engel vam Hemel jw anders worde vordragen. Want wy hebbent vor gade ym angesichte Jesu Christi geschreven, und sinß noch overbodich to lesende vor unse ganse stadt, gewisser toversicht dorch Got, dat Amen, Ja und warheit daryn gevonden, sik sülvest betügen wert. O hemelsche vader, ick bidde dy ym namen Jesu Christi, gyff Martino und Philippo in düsser saken na dynen willen to erkennende, Amen. Hyr mede gade bevalen. Datum Misericordias Domini.

Dr. Martin Luther’s Briefwechsel
Bearbeitet und mit Erläuterungen versehen von
Dr, th, Ernst Ludwig Enders
Neunter Band
Calw & Stuttgart.
Verlag der Vereinsbuchhandlung.
1903

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