Georg von Sachsen an Luther

Georg von Sachsen an Luther

30.12.1522

Doctori MArtino Lutther zu Handen.

Wir, Georg von Gotts Gnaden Herzog zu Sachsen, Landgraf in Doringen und Markgraf zu Meißen, geben euch Martino Lutther zu erkennen, daß uns vor zwei Tagen ein Abdruck eins Briefes vorkommen, welcher in euerm Namen und von euch an Hartman von Cronberg solle geschrieben und ausgegangen sein, als wir euch deß eine auscultierte Copei beiliegende und hiemitte uberschicken. Und so wir in angezeigtem Briefe im funften Artikel, der sich anfahet: „Solche Freude und Freudigkeit“ rc. sonderlich mit Namen benannt und mit schmählichen Worten und wichtigen Injurien unser Seele, Eher und guten Leumot belangende angetast werden, die wir auch alsbalde zu Gemuthe gezogen, und bevorn, so wir euch unsers Vorsehens keine Ursache darzu gegeben haben: ist unser Begehr, ihr wollet uns durch euer Wiederschrift anzeigen, ab ihr des Lauts ein Schrift an Hartman von Cronnberg hat lassen ausgehen, und was ihr deß geständig sein wollet, uns, als euch das wohl geziemet, nicht vorhalten, domit wir uns unser Ehren Nothdurft dornach wissen zu richten.

Geben zu Dresdenn Dienstag nach Innocentum Anno Dnj. xvcxxiiio.

Quelle:
Dr. Martin Luthers sämmtliche Werke.
Briefwechsel
Bearbeitet und mit Erläuterungen versehen von Dr. th. Ernst Ludwig Enders
Vierter Band.
Briefe vom September 1522 – August 1524
Calw & Stuttgart
Verlag der Vereinsbuchhandlung
1891

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