Churfürst Johann Friedrich an Luther

Churfürst Johann Friedrich an Luther

10. Februar 1546

Vnsern grus zuuor, erwirdiger vnd hochelarter, lieber andechtger. Wir seind vnlangst von dem auch erwirdigen hern Niclasen, bischouen zur Naumburg, vnserm lieben andechtigen, dergleichen auch aus vnserm ampt Weida eines vhals, so sich mit dem caplan zu Frisnitz zugetragen, berichtet worden. Wiewol vns nuhn durch genanten bischof, daneben welcher gestalt ime von Euch vnd d. Pomerano Ewer bedenken hierin zugeschrieben, vermeldet, auch solchs bedenkens copei vbersand, so haben wir doch aus bewegend vrsachen nicht vnderlassen wollen, zu bevehlen, dass vmb diese ding fernere erkundung genomen, dem caplan solchs furgehalten, sein antwort mit vleis aufgezeichent vnd alsdann Euch zugeschickt vnd Ewer weiter bedenken darinnen vermargkt werden solte. Weil dann solche verhor nuhmals beschehen, der caplan sein verantwortung auch schriftlich eingelegt vnd vns durch den bischof zugefertigt, thuen wir Euch solchs hiemit zusenden. Vnd nachdem wir ve3rmerken, dass der bischof nach beschehener antwort des caplans, die ding der straf halben vf ein linderung zurichten bedenkt, wie Ir aus seiner schrift zubefinden, vnd wir ane Ewern rath vnd bedenken hierinnen nichts verschaffen noch schliessen wollen, so ist vnser gnedigs begern, Ir wollet vns dasselbig eroffnen vnd zuerkennen geben, damit wir vns darauf mit fernerm bevehlich haben zuerzeigen. Daran thuet Ir vnsere gefellige meinung vnd wir seine Euch mit gnaden geneigt. Datum Torgau, Mitwochs nach Dorothea 1546.
Quelle:
Dr. Martin Luthers Briefwechsel
Herausgegeben von Dr. C. A. H. Burkhardt
Leipzig
Verlag von F. C. W. Vogel
1866

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