Churfürst Johann Friedrich an Luther.

Churfürst Johann Friedrich an Luther.

Ende November/Anfang Dezember 1545

Vnsern grus zuuor, erwirdiger vnd hochgelarter, lieber andechtiger. Nachdem wir durch den hochgelarten vnsern radt vnd lieben getreuen Gregorien Bruck, der rechten doctor, mit Euch haben reden lassen, ein offentlich schreiben an vns vnd vnsern vettern vnd brudern, den lantgrauen zu Hessen, der gefangnen von Braunschwig halben durch einen druck ausgehen zulassen, so hat yns gedachter doctor Bruck berichtet, dass Ir Euch gutwillig darzu erboten, welchs wir ganz gnediglich vormarkt. Wiewol wir vns nun vorsehen wollen, Ir werdet nuhmer domit fertig vnd dasselb schreiben in druck komen sein, darnach im fall, dass es nit beschehen, so begeren wir gnediglich, Ir wollet so viel Ir vor leibsschwacheit vormoget, dasselb schreiben vfs erste furdern, dann es will aus allerlei bedenken vnd vrsachen viel dran gelegen sein. So wissen wir vns auch zuerinnern, dass wir etwo hieuor vnser vniuersitet vnd den radt zu Wittemberg befehl gethan, sich von einer ordnung zu vnderreden des vnnotturftigen vnd vberigen vorthuns halben vf hochzeiten, kindtaufen und dergleichen vnd in sonderheit auch, wie das vnwesen vorhutet mocht werden, so an tentzen auch mit vngeberlichen geschrei vf der gassen daselbst zu Wittemberg geubt sol werden, vnd wiewol vns gemelter vniuersitet vnd des radts bedenken in vorgangnem sommer derhalben zukommen vnd Ir dasselb, als Ir negst bei vns gewest durchgesehen, so haben wir es doch bisher nit befehlen wollen zupubliciren, es sei dan durch Euch oder der vniuersitet vnd doctoren radt nach eins gesehen. Begeren derhalben gnediglich an Euch, je die bedenken, ßo Ir hierbei befindet, noch eins zu vbersehen vnd dasselbe zu erwegen vnbeswert sein etc.

Quelle:
Dr. Martin Luthers Briefwechsel
Herausgegeben von Dr. C. A. H. Burkhardt
Leipzig
Verlag von F. C. W. Vogel
1866

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