Churfürst Johann Friedrich an Luther

Churfürst Johann Friedrich an Luther

29.5.1545

Vnsern gruß zuvor, erwirdiger vnd hochgelarter, lieber andechtiger. Nachdem der wirdig, vnser auch lieber andechtiger, Er Augustinus Himel, pfarrer zu Colditz nicht mer zu einem pfarrer vnd superatendenten naher kegen Aldenburg vocirt vnd berufen, dahin er auch verordent werden solle, als hat der rath vns durch ein suplicationschriftgelangt, welche wir Euch inliegend zu senden, daraus Ir zuvernehmen habt, was sie vor einen pfarrer zuberufen bedacht weren. Wan wir vns dann zuerinnern wissen, dass Ir von einen andern, welcher kegen Colditz zuuerordenen sein soll, angegeben, vnd aber auß der gemein zu Colditz schreiben vormercken, dass sie eynen guten willen zu dem pfarrer zu Rochlitz, der sich one das jrem anzeigen nach, von dannen zu begeben willens tragen, so haben wir nicht vnderlassen wollen, Ewer bedencken hirinnen zu vernehmen, vnd dem nach begeren wir gnediglich, Ir wollet vns neben wiedersendung einverwarter schrift Ewer bedencken, was in dem zu thuen sein solle oder nicht, vermelden vnd zuerkennen geben, dass wir vns derhalben ferner muegen vornehmen lassen, vnd Ir thuet vns daran zu gnedigem gefallen, seind Euch auch mit gnaden vnd allem guten geneigt. Datum Aldenburg, Freitags nach Urbani 1545.

Quelle:
Dr. Martin Luthers Briefwechsel
Herausgegeben von Dr. C. A. H. Burkhardt
Leipzig
Verlag von F. C. W. Vogel
1866

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