Johann Friedrich an Luther

Johann Friedrich an Luther

Ordnet das Verhör des P. Lindenauer zum Behuf seiner Bestätigung in Elsterberg als Pfarrer an.

Vnsern grus zuuor erwirdiger hochgelarter, lieber andechtiger. Vns haben iczt vnser lieben getreuen die von Bunau zu Elsterberg durch einverwarthe schrift angezeigt, wie sie er Pauln Lindenaw, der hieuor zu Zwickau gewest, zum prediger angenomen, mit angehefter bitt, wie Ir dorauß zuuornehmen. Nun seynt vns hieuor allerley bericht worden, was vnschiglickheit er sich mit der lahr vnd sunst zu Zwickau vnterstanden sall haben, wie wir dan nit zweifeln, dass Euch auch etlich schriften vnd bericht seinthalben zukommen seint vnd dauon bewust habt. Darumb wir ine den von Bunau zur antwort geben vnd beuolhen obbenanten Ern Paulo anczuzeigen, dass er sich inwendig 14 tagen nach dato zu Euch fugen, verhoren vnd examiniren lassen solle. Ist darauf abweßens des hochgebornen fursten vnser gnedigs begern, wue sich vil gemelter prediger bey Euch angeben wurde, Ir wollet yme das ienig, so Euch seiner lahr halben vnd sunst angelangt vnd furnemlich, dass er sich zu Zwickaw solle haben vornehmen lassen: „er wuste der gestalt, wie die vositators des orts verordent vnd wider das so er zuuor gelert nit zupredigen, wer auch wider sein gewissen, darumb er von denen zu Zwickau abgeschieden“, furhalten vnd ine dorauf verhoren vnd examiniren vnd so Ir befindet, dass er furder zu eynem prediger anzunehmen, zuzulassen oder zu bestetigen oder nicht, dauon wellet vns Euern rath vnd bedencken, wes man sich hirin zu halten sambt eingeschlossner der von Bunau schrift vormelden vnd vberschicken, dornach wir vns ferner zu erczeigen vnd zuuornehmen haben lassen. Solchs wolten wir Euch gnediger meynung nit verhalten vnd Ir thut doran vnsern gnedigen hern vater vnd vns zu gefallen. Datum Weymar Dinstags nach Misericordia Domini Anno XXIX.

Quelle:
Dr. Martin Luthers Briefwechsel
Herausgegeben von Dr. C. A. H. Burkhardt
Leipzig
Verlag von F. C. W. Vogel
1866

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