Calvin, Jean – An Viret in Lausanne (161).

Calvin, Jean – An Viret in Lausanne (161).

Nochmalige dringende Einladung.

Ich habe es bisher hinausgeschoben, dir zu schreiben, weil ich jeden Tag hoffte, du kämest, wie du versprochen. Und ich schriebe auch jetzt nicht, da ich diese Hoffnung festhalte, wäre es nicht, um dich zu schleuniger Reise zu ermuntern. Es wundert mich nämlich, was es gibt, dass du es so von einem Tag auf den andern hinausschiebst. Ich erinnere mich, dass Jean von Tournay sagte, es fehle dir vielleicht ein Pferd. Aber warum kommst du nicht eher zu Schiff? Hätte David seine Pferde nicht verkauft, der Schwierigkeit wäre leicht abzuhelfen. Freilich glaube ich, es werde jetzt leichter ein Pferd zu finden sein als vor acht Tagen. Denn es kamen hier weniger Eilboten durch in diesen Tagen. Eile also, dich mit uns etwas zu stärken und zu erholen, denn wer von Lausanne kommt, sagt, du seiest halbtot. Kann ich dich sonst nicht losreißen, so verkünde ich dir, dass du keinen Brief von mir mehr erhältst, bis du kommst. Also rasch! Lebwohl. Grüße alle Freunde. Der Herr mache dich uns bald wieder gesund.

[März 1546.]
Dein
Johannes Calvin.

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