Luther an den Herzog Moritz von Sachsen.

Luther an den Herzog Moritz von Sachsen.

Bitte für den ehemaligen Augustiner in Dresden Lucas Pittig, der unter Herzog Georg das Kloster verlassen hat und Dorfküster ist, daß ihm, der von seinen dem Kloster zugebrachten Gütern nichts wieder herausbekommen, einmal für immer eine Geldunterstützung bewilligt werde.

Dem durchleuchtigen hochgebornen fürsten vnd herrn Herrn Moritz Hertzogen zu Sachsen Landgrauen ynn Düringen vnd Marggrauen zu MMeißen meinem gnedigen herrn.

G V f. ynn Christo durchleuchtiger hochgeborner fürst, gnediger Herr. Es ist ein armer man Lucas Pittig itzt ein dürfftiger dorffküster ettwa zu alten dresen (Alten-Dresden) im Augustiner kloster, ynn seiner tollen jügent beredet ain münch worden vnd sein veterlich gut yhm nach yns kloster gezückt fast vmb die zeit da das euangelion anfieng, Als aber Hertzog George seer hefftig, wie E. f. g. wol wissen, hat er sich müssen heymlich heraus stelen, Aber der acker rc. ist geblieben bey dem kloster bittet er nu vnterteniglich, weil er mit noch kein übrigem beraten vnd not leidett, E. f. g. wollten doch die gnade erzeigen vnd ansehen das er betrogen vnd überredet ist vnd yhm lassen eine zimliiche stewr von des klosters gütern widerfaren zu einer hülffe in sein armes haus. Weil nu E. f. g. verstehen, das solchs wol billich gebeten Auch on das wol ein solch almosen ynn seinem armut bedurfft E. f. g. wollen yhn doch dieser meienr fürbitte geniessen lassen. Es ist zu thun vmb ein temporal parteken, nicht vmb ein ewiges betteln oder zinse, das ich acht E. f. g. sey es kein beschwer zu thun. Sonst wollt ich E. f. g. wol damit zu verschonen wissen. Darumb bitte ich auch deste lieber für yhn, denn ich weis das E. f. g. fast genug zu thun haben mit langen großen weiten tieffen hohen, ewigen und teglichen schweren sachen. Hie mit Gott befolhen. Amen. Sonnabend Lamperti 1541

E. f. g.
Williger
Martinus Luther

Lutherbriefe
herausgegeben von
Lic. theol. Johann KArl seidemann,
Pfarrer zu Eschdorf bei Dresden.
Dresden
H. J. Zeh (sonst R. Kori)
1859

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