Calvin, Jean – An Viret in Lausanne (506).

Calvin, Jean – An Viret in Lausanne (506).

Nr. 506 (C. R. – 2522)

Da die Händel in der französischen Gemeinde in Frankfurt fortdauerten, wurde Calvin dorthin berufen, sie zu schlichten. Der Lausanner Professor Eusthatius du Quesnoy (vgl. 467) war Belgier und dadurch wohl mit einzelnen Landsleuten in Frankfurt bekannt; deshalb wünschte Calvin seine Begleitung.

Vorbereitungen zur Reise nach Frankfurt.

Da die Notwendigkeit mich zwingt und nun auch Glauburg anderer Meinung ist und meine Reise nach Frankfurt billigt, darf ich diese Mühe nicht scheuen. Auch dem Rat und meinen Kollegen wars Gewissenspflicht, mich nicht zu hindern. Nächsten Mittwoch gegen Abend komme ich nach Lausanne. Welchen Weg ich dann einschlage, weiß ich noch nicht bestimmt. Reise ich zunächst zu Farel, so muss ich meine Begleiter, die zur Messe ziehen, verlassen, was mir recht unbequem wäre; doch lieber das, als dass ich an unserm lieben Farel vorbei reiste. Denn wenn er gesagt hat, er wolle mit mir reisen, so bin ich nicht gleicher Meinung; er soll sich doch solcher Mühe mit wahrscheinlich winzigem Erfolg und doch nicht ohne Gefahr nicht unterziehen. Wie ich höre, herrscht in Frankfurt die Pest; die Reisekosten werden vermutlich recht groß sein, ein Umstand, den ich selbst auch scheue. Wozu soll sich der alte, fromme Mann solchen Gefahren aussetzen und sich nichts holen als große Ermüdung? Aber beschließt Ihr, da ich jetzt keine Zeit habe, ihm alles das zu schreiben. Komme ich dann nach Lausanne, so will ich tun, was Ihr beschlossen habt. Wenn Herr Eusthatius, wie ich hoffe, sich auch zur Reise rüstet, so wird er wohl schon in Bern sein, ehe ich zu Euch komme. Lass ihn also die Briefe Valerands und seiner Presbyter lesen und behalte sie dann bei dir; denn vermutlich wird es sehr nötig sein, dass ich sie mitnehme. Lebwohl, bester, liebster Bruder. Über deine Gesundheit können wir dann auf der Durchreise reden, wenn ich dich sehe. Herrn Beza und den andern Freunden viele Grüße. Der Herr erhalte Euch alle gesund.

Genf, 21. August 1556.
Dein
Johannes Calvin.

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