Calvin, Jean – An Pfarrer Johann Wolf in Zürich.

Calvin, Jean – An Pfarrer Johann Wolf in Zürich.

Wolf hatte Calvin über Westphal denselben Sieg verheißen, wie über Servet. Weggelassen einige Sätze über Lismanino und seine Aufgabe in Polen.

Die schlimmen Nachbarn.

– – – Glaube mir, weniger zu schaffen hat mir einst Servet gemacht und machen mir jetzt Westphal und seinesgleichen, als meine Feinde in der Nähe, deren Scharen unzählbar und deren Leidenschaft unversöhnlich ist. Könnte man wählen, es wäre wahrhaftig besser, einmal von den Papisten verbrannt als von den eignen Nachbarn ohne Ende noch Maß geplagt zu werden. Sie gönnen es mir nicht, dass ich es wohl hätte, und wollen mich nicht in Ruhe lassen, obschon sie sehen könnten, dass ich schon fast unter der ungeheuren Arbeitslast zusammenbreche, von unendlich traurigen Dingen bekümmert und von zudringlichen Forderungen beunruhigt werde. Mein einziger Trost ist, dass mich der Tod bald von diesem allzu harten Dienst erlösen wird. – – –

Der Herr begleite Euch mit seiner nie aufhörenden Freundlichkeit, er erhalte Euch gesund und leite Euch mit seinem Geiste. Lebwohl, trefflicher Mann und liebster Bruder, samt deiner Frau und all deinen Angehörigen.

Genf, 25. Dezember 1555.
Dein
Johannes Calvin.

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