Calvin, Jean – An Farel in Neuchatel (279).

Calvin, Jean – An Farel in Neuchatel (279).

Butzer hatte aus England kritische Bemerkungen zum Consensus geschrieben und Calvin aufgefordert, an den damals im Tower gefangenen Herzog von Somerset einen Trostbrief zu schreiben.

Wieder Verhandlungen wegen des Consensus.

Weil ich die Hoffnung auf deinen Besuch bei uns noch nicht aufgegeben habe, schicke ich dir nicht, was ich von Bullinger erhielt. Den Einleitungsbrief, der er versprochen, haben sie nun [dem Consensus] beigefügt. Meine Vorrede hat ihnen gefallen. Die beiden Kapitel sind eingeschaltet, von denen Butzer fürchtete, sie würden nicht aufgenommen. Weil ich wusste, dass alles deine und Virets Billigung finde, habe ichs ruhig für Euch beide hingesetzt. Eins wird dir nicht recht sein, wie ichs ihnen auch bezeugt habe. Nämlich, dass sie die Veröffentlichung noch eine Zeitlang aufschieben wollen. Freilich geben sie die Erlaubnis, Abschriften zu verbreiten, wo es uns gut dünkt, und wollen es ihrerseits auch so halten. Wenn du nicht kommst, will ich dir bald eine besorgen, samt einer Kopie meines Trostbriefs an den Lord-Protektor. Butzers Bemerkungen sollte dir Viret senden, und du hast sie wohl schon. Ich weiß, du findest dabei allerlei, was dir nicht gefällt. Viret wird ihm nicht schreiben; mein Urteil werde ich ihm kurz melden. Lebwohl, liebster Bruder im Herrn. Deinen Neffen habe ich hier diesen halben Tag zurückbehalten. Der Herr behüte dich und dein Haus. Grüße alle Kollegen. De Normandie und die übrigen Freunde lassen dich herzlich grüßen. Wenn dich doch dieser Brief auf der Reise träfe!

17. Oktober 1549.
Dein
Johannes Calvin.

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