Calvin, Jean – An Viret in Lausanne (214).

Calvin, Jean – An Viret in Lausanne (214).

Am 11. November verlangte eine neue Berner Gesandtschaft, Maigrets Prozess müsse vor dem Volk geführt werden, wobei sie eher auf eine Verurteilung hofften; es wurde ihnen aber abgeschlagen. Weggelassen sind allerlei unwichtigere Nachrichten und Bemerkungen.

Weiteres vom Verratsprozess.

Nun ist die neue Gesandtschaft da. Sie hegen einen gewaltigen Hass gegen Maigret und zeigen sich unversöhnlich, wenn nicht dem Unschuldigen Unrecht geschieht; aber das werden sie nie erlangen. Ich fürchte aber doch, das Übel werde noch ärger ausbrechen, ehe die Tragödie zu Ende ist. Vor allem dringen sie auf eine Volksversammlung, und das macht allen Guten ihre Sache verdächtig. Eben jetzt beraten die Zweihundert darüber. Ich bin so gespannt vor Erwartung, dass ich am Herrn Halt suchen muss. Wenn wir dem Herrn dienen wollen in gutem Gewissen, so werden wir dem nie ausweichen können, was die Feinde, die alles zerstören wollen, Tolles gegen uns im Sinne haben. Aber das wird uns auch eine feste unbezwingbare Burg sein, dass wir mit dem Herrn stehen. – –

Deiner Frau wünsche ich gute Besserung; grüße sie vielmals von uns. Der Herr schütze und lenke Euch allezeit. Grüße auch die Brüder angelegentlich von mir.

Genf, 19. November 1547.
Dein Johannes Calvin.

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