Calvin, Jean – An Viret in Lausanne (213).

Calvin, Jean – An Viret in Lausanne (213).

Laurent Maigret le Magnifique, ein Anhänger Calvins, hatte Perrin verräterischer Unterhandlung mit Frankreich angeklagt und war nach Genfer Brauch als Denunziant gefangen gesetzt, am 18. Oktober aber wieder entlassen worden. Nun kam aber der Berner Schultheiß Nägeli nach Genf und beschuldigte Maigret selbst des Verrats und der Intrigue gegen Bern, so dass er wieder verhaftet wurde. Da Sulzer Calvin geschrieben, wie sehr man in Bern ihm, Calvin, feind sei, so sah Calvin in dem, was Maigret geschah, einen indirekten Angriff auf sich, und wohl nicht mir Unrecht. Weggelassen ist eine Notiz über ein Vorwort, das Calvin zu Butzers Regensburger Reichstagsakten geschrieben.

Vom Genfer Verratsprozess.

– – Es ist kein Wunder, wenn du über unsere Verhältnisse allerlei hörst. Die ganze Nachbarschaft, die nur zu gern über uns lügt auch ohne Anlass, greift jetzt gierig nach dem Stoff, der sich ihr darbietet. Auch fehlen in der Stadt die bösen Zungen nicht. Magnifique, der schon einmal einstimmig freigesprochen war, ist wieder ins Gefängnis gesetzt worden. Wenn der Herr nicht Meer und Wind Schweigen gebietet, so drohen uns schwere Stürme, wie ich sehe, von denen angeregt, die sie eher hätten stillen sollen. Dich hierher zu berufen, wage ich aus vielen Gründen nicht. Der Hauptgrund ist der, dass ich fürchte, man wird schließlich doch vor denen weichen müssen, die nicht aufhören, bis sie alles zu Grunde gerichtet haben. Diesem Feuer dich auszusetzen, wäre Unrecht. Den Schultheißen Nägeli und die übrigen Gesandten habe ich bis jetzt nicht begrüßt. Wenn sie mir zufällig auf der Straße begegnen, werde ich ihnen nicht ausweichen. An Sulzer hätte ich geschrieben, wenn mich nicht beständig Besuche aller Art gehindert hätten. Danke ihm in meinem Namen, dass er mich in diesen Ängsten getröstet hat. Er hat mir dadurch einen sehr guten Dienst geleistet. Ihm und allen Brüdern viele Grüße. Der Herr behüte dich und sei mit dir. Meine Frau lässt dich vielmals grüßen; wir beide auch deine Frau.

Genf, 26. [Oktober] 1547.
Dein Johannes Calvin.

Kommentare sind geschlossen.