Martin Luther an Elisabeth von Münden (1540)

Martin Luther an Elisabeth von Münden (1540)

Gnade und Friede in Christo.

Durchleuchtige, hochgeborne Fürstin, Gnädige Frau.

Es ist dieser Mag. Just Waldhausen, Bürgers Kind zu Hameln, berufen zum Syndico daselbst. Hat mich dermalen gebeten, daß ich an E. F. G. wolle schreiben, weil er unseres Evangelii nun bei zwölf Jahren gewohnt, das aber in Hameln vielleicht noch nicht in Brauch ist. E. F. G. wollen seine gnädige Frau Fürstin sein und ihn schützen soviel möglich, auch bei  E. F. G. Gemahl anhalten, daß S. F. G. solche feine Leute wolle werth halten. Denn wie  E. F. G. sehen und erfahren werden, ist’s gar ein fein, gelehrt, geschickt, fromm Mensch, dergleichen man nicht viel findet. E. F. G. wollen sich gegen ihn gnädiglich beweisen, auch den Leuten und Landen zu gut, da er wohl zu dienen kann und wird. Daran thut  E. F. G. Gott einen sonderlichen Dienst.

Martin Luther.

Elisabeth, Herzogin von Braunschweig-Lüneburg
Dr. Wilhelm Havemann
Göttingen
Druck und Verlag der Dieterichschen Buchhandlung
1839

Kommentare sind geschlossen.