Rath von Ulm an Luther.

Rath von Ulm an Luther.

Unser willig Dienst zuvor. Lieber Herr! Wir vernehmen gern und mit Fröden, nachdem der Stadt Straßburg, Augspug und unsere Prädicanten durch furnehmliche Unterhandlung Buceri, Straßburgischen Kirchen Dieners, euch vor dieser Zeit ein Concordi der gefährlichen Spaltung des hochwirdigen Sacraments angeboten und gegen euch langest angefangen, daß dieselb Einmüthigkeit nunmehr zu gutem Fried, End und Anstand gebracht sei, darumben wir Gott dem Allmächtigen danken, und den billig bitten, dieß wohlgeschaft Werk hinfuro in ewigem Bestand zu erhalten; und wiewohl wir neben allen Ständen der löblichen christenlichen Verständnuß allwegen in dem Erbieten gehört sein, uns der Confession, nit allein in diesem, sonder auch allen andern Articul, wie die von unserm gnädigsten Herrn, dem Churfürsten zu Sachsen, und seinen Mitverwandten auf dem Reichstag zu Augspurg ubergeben, der Lehr halb zu unterschreiben, und also mit ihren churf. Gn. jedesmals einigen gewest und noch sein; noch dem daß jetzt alle Mittel der Eintracht und endlicher Concordi gemeldter Spaltung zwischen gehörter Stadt, unsern Prädicanten und euch gefunden, hoffen wir noch fruchtbarliichen und größern Nutzen tragen derselben ein sonders guts Gefallens, und ermahnen euch hierumben aus gutem Eifer und christenlichen Herzen, daß ihr euch hinfüro nicht weniger söllicher christenlicher Weg, wie uns dann zu geschehen nit zweifelt, befleißen, dardurch diese Einmüthigkeit beständiglich erhalten, und hinfüro fernerer Fried und Son gepflanzt und aufgericht schwebe. Das wollen wir bei den Unsern auch bests Vermögens fürdern, und daß dieß zwischen beiden Theilen löblich zugang, von Gott dem Herrn drungenlichs Ernsts bitten, auch euch Dienst und Freundschaft zu bewahren geneigt sein. Datum Freitags nach Egidii A. rc. xxxv.

Ulm.

Dr. Martin Luther’s sämmtliche Werke
Briefwechsel
Bearbeitet und mit Erläuterungen versehen von
Dr. th. Ernst Ludwig Enders
Zehnter Band.
Briefe vom Februar 1534 bis Juli 1536
Calw & Stuttgart.
Verlag der Vereinsbuchhandlung.
1903

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