Luther an Kurfürst Joachim von Brandenburg

Luther an Kurfürst Joachim von Brandenburg

 

21.8.1528

Gnad vnd frid ynn Christo. Durchleuchtigster hochgeborner Furst gnedigster Herr. Ich schreibs nw zum andern Mal das mir an E. K. F. G. Schaden odder Schande nicht Liebe geschicht. Demnach ist noch mein vnterthenigst Bitte E. K. F. G. wollten sich gegen den armen Gesellen Wolff Hornung erczeigen wie es recht ist vnd geburt, wo nicht so mus ich dennoch dem armen Gesellen, weil er meins Rats begerdt christlicher Liebe Pflicht erczeigen. Will Katherina sein Weib von ihm gescheyden sein, das sie solchs thu gegenwertig fur ihm mundlich. Den E. K. F. G. wol wissen das mit Volmacht odder Anwalden vns nicht benugen kan, weyl die Sachen E. K. F. G. selbs mit landruchtigem Geschrei dar czw mit eygner Handschrifft mit Begreiffen, vnd alle Brieffe so sie schicken mag verdechtig vnd vntuchtig angesehen werden, als durch E. K. F. G. selbs gestellet vnd vnder Ihrem Namen ausgangen. E. K. F. G. wolt gnediglich helffen vnd mir Vrsachen geben das ich kurfurstlicher Ohren schonen kunde wie ich gar gernne thet. Sol ich aber Hurn vnd Buben malen, wie ich thun mus, wo ich anders Wolff Hornung sol loß sprechen vnd helffen, so sol E. K. F. G. auch nicht drumb zurnen als nw zweymal gnugsam vormandt, ob ich dem kurfürstlichem Hut wurde ins Futter greiffen das die Har vmbher stieben. Ich bitte zum dritten Mal das ich eynnen gnedigen Hern an E. K. F. G. muge haben vnd mir nit not sey eynnen Feindt zw machen, wie E. K. F. G. Valtin Graffe wol weyter vnterrichtet hat, vnd kan. Zu Wittenberg Freytags nach Assumptionis Marie 1528.

E. K. F. G.
williger
Martinus Luther

Quelle:
Analecta Lutherana
Briefe und Actenstücke zur Geschichte Luthers
Herausgegeben von D. Theodor Kolde
Gotha.
Friedrich Andreas Perthes.
1883.

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