Luther, Martin – An Margarethe Blankenfeld, 7. Januar 1528

Luther, Martin – An Margarethe Blankenfeld, 7. Januar 1528

Gnad vnd Fride ynn Christo Erbare tugendsame Fraw. Ich hab ewr antwort empfangen. Vnd wie wol mir, als frembder person, gnug dran sein mus, so habt yhr dennoch zu bedencken, das die person, so die sache betrifft gar nichts damit kan zu friden sein, vnd gehen solche briefe yhm vrsache viel zu dencken, Sonderlich das die person nu zu offter mal yhn so hat lassen mit der nasen furen (als er klagt) vnd doch niemals eine antwort schrifftlich geschickt, daran er künd yhren ernst spuren. Es ist vnglaublich (Mein liebe fraw) wo es ernst mit yhr were, nicht anders sich stellen sollte, zum wenigsten mit schrifften, die sie wol künd heymlich ausrichten, dem nach ist mein freundlich bitte yhr wollet bedencken des armen gesellen not, das ers lenger nicht leiden sol noch kan, vnd wo sie nicht anders sich mercken lesst, mus er thun, sam sie tod were, odder wie Philippus thet, da yhm sein bruder Heordes nam die Herodias, vnd sich anders wo versorgen. Wollet solchs ernstlich mit yhr reden, edder es mus ein Valete draus werden. Hie mit Gott befollen Amen Dinstags nach Epiphanie 1528.

Diesen brieff werde yhr wol wissen zu uerschaffen.

Martinus Luther.

Der Erbarn Tugendsamen frawen Margarethe Blanchefeldgun zu Berlin meiner gvnstigen guten freundyn.

Quelle:
Analecta Lutherana
Briefe und Actenstücke zur Geschichte Luthers
Herausgegeben von
D. Theodor Kolde,
Gotha
Friedrich Anreas Perthes
1883

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