Kurfürst Johann von Sachsen an Luther

Kurfürst Johann von Sachsen an Luther

13.2.1526

Unsern Gruß zuvor, Ehrwirdiger, Hochgelahrter, Lieber, Andächtiger. Wir haben euer Schreiben und Bedenken, was dem Capitel zu Aldenburg von wegen der Ceremonien, Singen und Meßlesens anzuzeigen sein soll, vernommen und solchs von euch gnädiglich vermarkt, wollen uns demnach, ob Gott will, in den Dingen furder christlich und unverweislich zu erzeigen wissen. Als ihr uns auch Philipp Melanchthon halben auf einen Zettl geschrieben, haben wir vorlesen, und ist unser Gemuth nit gewest, wie es auch nit ist, daß Philippus dermaßen, wie er vielleicht darfur achtet, gegen der Besoldung in der Schrift zu lesen täglichs sollt verbunden sein, dann wir haben ihm denselben Sold mehr aus #Gnaden, dann daß wir ihne zu der Aerbeit, die ihm seines Leibs halben etwas unträglich, vorbinden sollen, verordnen lassen, wie wir ihm dann solchs hierbei auch thun schreiben. Das alles haben wir euch gnädiger Meinung nit verhalten wollen, dann euch zu Gnaden sein wir gneigt. Datum Torgau am Dienstag nach Estomihi, Anno Domini XXVI.

Quelle:
Dr. Martin Luthers sämmtliche Werke.
Briefwechsel
Bearbeitet und mit Erläuterungen versehen von Dr. th. Ernst Ludwig Enders
Fünfter Band.
Briefe vom September 1524 – Dezember 1526
Calw & Stuttgart
Verlag der Vereinsbuchhandlung
1893

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