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Schlagwort: Görlitz Martin

Luther – Meinem ehrwürdigen Bruder im Herrn Ehrn Martin Görlitz treuen, würdigen Superintendenten zu Braunschweig.

Luther – Meinem ehrwürdigen Bruder im Herrn Ehrn Martin Görlitz treuen, würdigen Superintendenten zu Braunschweig.

3.1.1532

Gnad und Friede. Ich schrieb Euch schon vordem, mein Martin, daß ich Euch abzurufen dächte. Ich ruf Euch denn im Nahmen des Herrn. Machet Euch nur, so bald Ihr könnet, daselbst los. Es erwartet Euch die Pfarre zu Kalen bey jena, die Ihr kennet, und eben keinen Pastor hat. Gefällt Euch diese nicht, so wollen wir sie nach Eurem Gutdünken mit der zu Belgern oder einer andern vertauschen. Dieses in Kürze, aber mit herzlicher Theilnehmung. Denn ich hab zu thun. Vielleicht ist Braunschweig des reinen Wortes unwürdig, und wird wohl Mühlausen und Zürich nachahmen wollen. Das möge Gott verhüten! Amen. D. Carlstadt ist zu Zürich Zwingels Nachfolger worden, den sie jetzt als einen Märtyrer Christi ausschreien, um ihre Lästerungen zu füllen bis oben, das überlauffen muß. LEbet in Christo rech wohl. Am 3. Januar. 1532.

Euer
Martin Luther

D. Martin Luthers bisher grossentheils ungedruckte Briefe. Nach der Sammlung den Hrn. D. Gottf. Schütze, aus dem Latein übersetzt. Erster Band. Leipzig, in Kommission bey Christian Friderich Wappler. 1784.

Luther – An M. Martin Görlitz Superintendenten zu Braunschweig.

Luther – An M. Martin Görlitz Superintendenten zu Braunschweig.

27.11.1531

Gnade und Friede in Christo. Es ist hier die Rede, mein Martin, daß sich Campanus in Eure Stadt eingeschlichen habe. Wenn es dem so ist, so muß ich, wenn ich nichts anders könnte, in der That das Schicksal Eurer Kirche fast sehr bedauren. Denn ich glaube, Ihr werdet ihn kennen, diesen Sohn des Satans, und den Gegner des Sohnes Gottes, welchen er auch mehr dann Arrius selbst lästert. Daher ibtt ich Euch durch Christum, daß Ihr beym Magistrat, und wo Ihr immer könnet, Vorstellungen machet, daß sie solche nicht berufene Furien auf keine Wege aufnehmen, weil ohne Ruf nicht einmal ein Engel anzuhören wäre. Auch Gabriel hatte nicht einmal der Maria die Bothschaft gebracht, ausser nachdem er von Gott gesandt wurde. Sind sie aber so leichtsinnig, einen jeden anzuhören, welcher daher läuft, und weder geschickt, noch berufen ist, so könnet Ihr nicht mit sicherem Gewissen daselbst bleiben. Montags nach Katharin. J. 1531.

Euer
Martin Luther.

D. Martin Luthers bisher grossentheils ungedruckte Briefe. Nach der Sammlung den Hrn. D. Gottf. Schütze, aus dem Latein übersetzt. Erster Band. Leipzig, in Kommission bey Christian Friderich Wappler. 1784.