Calvin, Jean – An die Pfarrer von Zürich.

Calvin, Jean – An die Pfarrer von Zürich.

Nr. 669 (C. R. – 3442)

Vgl. 657.

Waldenser-Kollekte.

Es kamen Brüder aus dem Val d´ Angrogne und andern Nachbartälern hierher, um Unterstützung in ihrer Not zu bitten. Ihrer Notlage wegen pochten wir nicht darauf, dass sie gegen unsern Rat allzu unbedacht und sicher zu den Waffen gegriffen hatten. Sie sind so von allen Mitteln entblößt, dass ihr Elend jeden menschlich Fühlenden zum Mitleid stimmen müsste. In Genf ist zwar nur eine kleinere Summe zusammengekommen, weil ein Drittel unserer Refugianten von hier weg ist. Aber wir haben ein Anleihen von 4000 Kronen aufgenommen, was in diesem Augenblick vielleicht nicht klug, aber sicher recht gehandelt war. Der eigentlich hätte zahlen müssen, blieb taub. So müssen denn wir zur Schande Navarrars hinlegen, was man mit dem besten Recht ihm hätte auf Rechnung setzen dürfen. Nun reisen die Brüder ihrem Auftrag gemäß zu Euch. Ihnen nach Bern unsere Empfehlung mitzugeben, wäre töricht gewesen; aber einen Brief an Euch durften wir ihnen nicht abschlagen. Haltet Ihr es für gut, dass sie auch noch nach Schaffhausen gehen, so gebt ihnen guten Rat und unterstützt sie mit Euerm Einfluss und Ansehen. Lebt wohl, trefflichste Männer, von Herzen verehrte Brüder. Der Herr leite, behüte und segne Euch stets.

Genf, 14. Juli 1561.

Im Namen und Auftrag der Brüder

Euer

Johannes Calvin

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