Melanchthon an Kurfürst August

Melanchthon an Kurfürst August

1558 d. 3. Januar

Gottes gnad durch seinen Eingebornen Son Jhesum Christum vnsern heiland vnd warhafftigen helffer, vnd Ein kunftig fridlich vnd frölich Jar, zuuor, Durchleuchtister hochgeborner gnedigster Churfurst vnd herr, Ecfg gnedige schrifft hab ich In vnterthenikeit Empfangen, vnd dankhe Ecfg In vnterthenikeit von wegen der gnedigen anzeigung darinn gemelt, Wiewol ich aber seer gern gesehen hett, das meine gesellen In worms hetten die Artikel davon Erklerung begert ist, helffen stellen vnd vnterschreiben, hatt auch allein des Osiandri halben bey ettlichen verhindrung gehabt, so hab ich doch nicht schewe, Ecfg In vnterthenikeit dise meinung wie sie zuuor gestellt ist, In teutscher sprach eigentlich zu verfassen, vnd mage wol leiden, das Ecfg andrer verstendigen bedenken dauon hören, Es ist auch nicht mein gemut, grösser gezenk damit anzurichten, wiewol ettliche gifftige wurm sich also zu vns nöttigen, das ich Entlich auch antworten mussz, wie aber Ecfg beuohlen haben das ich nach dem leiptziker markt gen Dresden khomen osll, will ich mitt gottes hulff gehorsam sein, Der allmechtig Gott vatter vnsers heilands Jhesu Christi der yhm gewißlich Ein Ewige kirchen durchs Euangelium samlet, Erhellt auch dazu Ettliche Ehrliche Regiment, wolle Ecfg vnd Ecfg gemahlen vnd Junge herrn, an seel vnd leib sterken, Datum die Tertia Januarij 1558.

Zeitschrift für die historische Theologie
herausgegeben von Dr. theol. Christian Wilhelm Riedner
Neunundzwanzigster Band.
Neue Folge. Dreiundzwanzigster Band.
Gotha.
Friedr. Andr. Perthes.
1859

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