Calvin, Jean – An Viret und Beza in Lausanne (535).

Calvin, Jean – An Viret und Beza in Lausanne (535).

Nr. 535 (C. R. – 2704)

Über Zurkinden, den Berner Stadtschreiber, vgl. 485. Gribaldo stand in Bern in Untersuchung wegen seines Glaubens.

Von einer Klatschgeschichte.

Ich meinte bisher, in Genf stehe das Klatschwesen am meisten in Blüte, aber Lausanne übertrifft uns darin noch weit, wie ich sehe. Ein Beispiel von vielen: Zurkinden beklagt sich, er sei sehr gehässig und schmählich in Lausanne verlästert worden, weil ich geschrieben hätte, er habe Gribaldo in einer sehr schlimmen, ja abscheulichen Sache beschützt. Ich möchte daher, dass der Brief, den ich dir oder Beza geschrieben habe, unserm Ratsschreiber gezeigt wird, damit er sieht, dass, was ich schrieb, böswillig verdreht worden ist. Zurkinden sagt, ein Diener am Wort habe es ihm berichtet, was mir nicht neu ist; denn ich weiß, dass in diesem heiligen Stand viele Verleumder sind. Ich hatte in der Art geschrieben, dass deutlich aus meinen Worten hervorging, Müslin solle die tolle Prahlerei des Arztes abweisen; von Zurkinden, den auch ein Makel getroffen, hatte ich gesagt, es wundere mich nicht; denn in seiner allzu großen Neigung zur Milde weiche er oft vom rechten Wege ab. Bringe womöglich heraus, welcher gute Bruder der Angeber gewesen ist.

Für Herrn Beza: Ich habe dieser Tage die Schrift, die du neulich mitbrachtest, angeschaut, aber mich noch nicht entschlossen, ob ich antworten soll. Indessen möchte ich wissen, wer der Verfasser ist und ob es nach Castellio schmeckt, schließlich wie du zu der Abschrift gekommen bist.

Lebt beide wohl, beste, treffliche Brüder. Der Herr behüte, leite, bewahre und segne Euch stets. Amen.

Genf.

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