Calvin, Jean – An Farel in Neuchatel (384).

Calvin, Jean – An Farel in Neuchatel (384).

Bei seiner Anwesenheit zur Verbrennung Servets in Genf hatte Farel in einer Predigt die Genfer Jugend eine Bande von Wüstlingen, Mördern und Gottesleugnern gescholten. Nun forderten am 3. November dreißig Bürger, er müsse zur Rechenschaft gezogen werden. Dieser schimpflichen Vorladung kommt Calvin zuvor.

Farel vor Gericht geladen.

Was ich dich von mir aus nicht zu bitten gewagt hätte, das raten nun auch unsere Freunde, du sollest wieder hierher kommen, mein lieber Farel. Deshalb schicke ich absichtlich meinen Famulus zu dir, damit du doch aufmerksam wirst und erkennst, was zu tun ist. Dieselben, die der Meinung waren, ich solle dich herbeirufen, werden auch dafür sorgen, dass der [offizielle] Vorladungsbrief nicht so rasch abgesandt wird, wenn das zu erreichen ist. Denn es wäre bei weitem besser, du stelltest dich freiwillig, als dass du zu Hause wartest, bis zu sozusagen vor ein Halsgericht geladen wirst; denn du weißt, wie gierig das sehr viele Neuchateller aufnähmen. Ich will nicht mehr schreiben, da dich mein Brief vielleicht schon mitten auf der Reise trifft. Lebwohl, bester, trefflichster Bruder. Der Herr leite Dich. Verzeih mein eilfertiges Schreiben. Wie könnt ich anders? Nochmals lebwohl.

Genf, (3. Nov.) Sonntags vor der Morgenpredigt.

Ich habe nämlich nicht früher vernommen, was die Freunde meinten.

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