Calvin, Jean – An Viret in Lausanne (366).

Calvin, Jean – An Viret in Lausanne (366).

Weggelassen ist eine kurze Empfehlung des Boten. Kardinal Jean du Bellay, Bischof von Paris, galt als ein der Reformation günstiger Prälat; er hatte einst sogar Melanchthon nach Paris berufen wollen. Der Genfer Francois Paguet stand als Übersetzer im Dienst des französischen Königs. Der letzte Versuch zugunsten der gefangenen Studenten in Lyon war erfolglos; am 16. Mai erlitten sie zu Lyon den Märtyrertod auf dem Scheiterhaufen.

Nochmalige Bemühungen für die Gefangenen.

– – Kardinal du Bellay, der hier durchreiste, sandte Paguet zu mir, um mich zu ihm zu rufen. Er traf mich aber nicht zu Hause. Drauf blieb jener ruhig; ich glaube nicht, dass ihm sehr viel an einem Gespräch mit mir lag. Dem Paguet sagte er, die Berner hätten der Brüder wegen nichts erreicht, weil sie den Connetable übergangen hätten. Er schien Hoffnung auf einen bessern Ausgang zu geben, wenn eine erneute Bitte auch von diesem empfohlen würde. Ich halte das aber für bloßen Spott; denn wie du weißt, hat der Connetable, den man vorher fragte, durch eine freundliche Antwort seinen Spott mit ihnen getrieben. Falls man beschließe, noch einmal etwas zu versuchen, so wolle er Befehl geben, die Urteilsvollstreckung aufzuschieben, bis er über die Alpen gereist sei. Meines Erachtens wird es nicht unnütz sein, den Rat darauf aufmerksam zu machen, damit er danach Beschluss fasst, damit es auch nicht den Schein hat, als hätten wir irgendetwas vernachlässigt in der Fürsorge für die Rettung der Brüder. Das Übrige spare ich auf dein Kommen. Lebwohl, bester Bruder. Grüße deine Frau und deine Töchterchen angelegentlich von mir. Der Herr behüte Euch und lenke Euch auch fernerhin mit seinem Geiste.

Genf, 8. Mai 1553.

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