Calvin, Jean – An Viret in Lausanne.

Calvin, Jean – An Viret in Lausanne.

Der Connetable Anna de Montmorency war der heftigste Hugenottengegner am französischen Hof. Die schweizerische Kaufmannschaft in Lyon suchte Bern, dessen erste Bittschrift (vgl. 361) vom König abgewiesen worden war, zu einer zweiten zu bewegen.

Weitere Bemühungen für die Lyoner Gefangenen aussichtslos.

Als dieser Bote von Lyon abreiste, war die Sache noch auf demselben Fleck. Die Mehrheit der Richter wollte die Verurteilung der Brüder nicht unterzeichnen, da kein ausdrücklicher Befehl des Königs vorlag, aber der Statthalter führte den Kampf, allein auf das Ansehen des Connetable gestützt. Die guten Leute meinen also, man müsse noch etwas versuchen. Mir scheint die Bemühung nicht nur unnütz, sondern geradezu widersinnig; denn es ist gar keine Hoffnung, dass die Berner sich dazu bringen lassen, nachdem sie eine so schnöde Abweisung erfahren haben, sich nochmals dem Spott des Tyrannen und seiner Höflinge fruchtlos auszusetzen. Die Lyoner bäten uns auch gar nicht darum, wenn eine Kopie des [königlichen Antwort-] Schreibens, das ich vorgestern erhielt, an sie gelangt wäre. Wenn es dir gut scheint, so benachrichtige einen der Freunde in Bern von dem, was dort vorgeht. Die guten Leute aber werden durch einen Brief von mir erfahren, dass nichts weiter zu tun ist. Lebwohl, bester, trefflichster Bruder, samt deiner Frau und deinem ganzen Haus. Grüße Herrn Beza, deinen Kollegen, Ribit und die übrigen Freunde. Christus behüte und leite Euch stets.

Genf, 22. April 1553.
Dein
Johannes Calvin.

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