Calvin, Jean – An Viret in Lausanne (237).

Calvin, Jean – An Viret in Lausanne (237).

Viret ließ in Genf eine Schrift drucken über das geistliche Amt; die Vorrede war eine Widmung an den Rat in Bern; Girard ist der Genfer Buchdrucker.

Ärger über einen Buchdrucker.

Die Stellen im Brief an Bullinger, die dir nicht ganz gefielen, habe ich verbessert. Sorge also, dass diese neue Abschrift nach Zürich gesandt wird. Dass man dich in Bern freundlich aufgenommen, freut mich. Meine Freude würde doppelt so groß, wenn du Zeit fändest, uns zu besuchen und uns zu erzählen, was nicht in den Brief ging. Dass dein Buch ohne die Vorrede erschienen ist, geschah nicht auf meinen Rat, sondern durch die verkehrte Eilfertigkeit Girards und seiner Gesellen. Weil der Preis des Buchs schon festgesetzt war, wollten sie, wie ich merkte, nicht gern neue Kosten, die ihnen keinen Gewinn erhoffen ließen. Ich bestand trotzdem auf meiner Meinung, sie müssten es sobald als möglich noch hinzufügen. Sie taten nun zwar dergleichen, als seien sie überzeugt, machtens dann aber doch, wie sie wollten. Auch kam vermutlich als zweiter Grund dazu, dass sie fürchteten, die Zeit werde nicht mehr reichen zum Druck meines Kommentars. Und doch weiß ich nicht, wie es möglich war, dass ich, ohne vorher etwas davon gewusst oder dazu gesagt zu haben, mit einem Mal vernahm, man habe dir die Vorrede zurückgesandt. Ich sage das nur, damit du mich für entschuldigt hältst.

Von unsern Kämpfen hat dir sicher Raymond erzählt. Von Gauchier hörst du nun, welches Ende sie genommen haben. Wenn man das ein Ende nennen kann, dass der Kampf zugunsten der Feinde, die eine zweite Niederlage voraussahen, abgebrochen worden ist. Lebwohl bis aufs Wiedersehen. Der Herr Jesus behüte dich samt deiner ganzen Familie. Die Brüder, deine Frau und die andern Freunde, unter ihnen Herrn Dumont, grüße angelegentlich von mir.

18. Juli 1548.
Dein
Johannes Calvin.

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