Calvin, Jean – An Viret in Lausanne (159).

Calvin, Jean – An Viret in Lausanne (159).

Virets Frau, Elisabeth Turtaz, war nun verstorben.

Einladung nach Genf.

Komm [nach Genf] und du sollst dich erholen, nicht nur von der Trauer, sondern auch von der aller Mühsal. Fürchte nicht, ich werde dir irgendeine Last auferlegen. Meinetwegen darfst du ausruhen, ganz wie du willst. Wenn dir jemand anderes lästig fallen will, werde ich mich ins Mittel legen. Die Brüder versprechen mir das Gleiche. Auch für die Bürgerschaft verspreche ich dir, was du willst. Was ich den Schwindlern wünschen soll, die das Gerücht von deinem Tode ausstreuen, weiß ich nicht. Nichts kam uns je gelegener als dein Brief. Obwohl dein Tod gemeldet wurde, hatte sich doch Textor, weil von Vergiftung die Rede war, bereit gemacht, in raschem Ritt nach Orbe zu jagen. Auch eine gute Zahl von Brüdern war da, alle ganz ergriffen von Traurigkeit. Kaum sahen wir deinen Brief, so brach ein solcher Jubel unter uns aus, dass wir kaum mehr unser selbst mächtig waren. Es traf sich gut, dass wir nicht auch die Nacht noch in Trauer blieben, denn das hätte auch ich nicht ohne Schaden ausgehalten. Aber was halte ich dich auf und treibe dich nicht eher an, so schnell als möglich zu uns zu kommen? Lebwohl, allerliebster Bruder und Freund. Grüße angelegentlich die Brüder Jacques, Ribit, Imbert, Cordier, Francois und Merlin. Der Herr schütze dich und die dir gebliebenen Angehörigen.

Genf, 8. März.
Dein
Johannes Calvin.

Kommentare sind geschlossen.