Joachim Mörlin an den Rat der Stadt Göttingen

Joachim Mörlin an den Rat der Stadt Göttingen

Gottes genad und barmhertzikhaidt durch Christum unsern Herrn! Erbare, ersame besondere gunstige hern und freunde, mit was frölichem hertzen ain erbar rath meyn dinstlich erbitten angenohmen, hab ich nichht ohn sondere Freude aus euer Erberkheit schriften genugsam vernohmen, und dancke meynem lieben Gott, der mich die fraidenreiche zeyt so gnediglich hat erleben und sehen lahn, das er iem ja etwa ainen seligen haufen fuerbehalten, denen es mit seinem ewigen wort ain feiner christlicher ernst ist. Will auch mit embsigem gebet nicht ablassen fuer euer Erberkhaidt zu beten, er wolle dieselbige dorynnen layten und fueren, auch genediklich erhalten, domit sie yn dem angefangenen werck unsers treuen vaters ym hiemel mit allen fraiden mugen ier ende beschließen.

Der beschehenen verherung (=Verehrung, d.i. Geschenk) ist meynes vermugens nicht, ainem erbarn rath genugsam zu dancken; es ist aber ainer zur rechten hand seines ewigen vaters im hiemel, der es reihlich genugsam wirdt belohnen an jenem tage, wie er dan saget: wer dieser geringsten ainen nur mit ainem becher kalts waßers trencket, warlich, ich sage euch, es wirdt iem nicht unbelohnet bleiben rc.4

Wie es sonst aller meyner sachen ain gelegenheidt hab, wirdt ain erbarer rath durch meynen diener genugsamen bericht entpfahen. Befehl hiemit euer Erbare weyßhaidt yn Gottes genedigen schutz; der wolle eure hertzen mit seinem geist erleuchten und yn seinem erkentniß genediklichen erhalten. Datum zu Arnstad, den ersten Aprilis im 44. Jar

E. E. Weyhaidt
williger
Joachinus Mörlin,
Doctor.

Zeitschrift der Gesellschaft für niedersächsische Kirchengeschichte
unter Mitwirkung von Professor D. Paul Tschackert und Superintendent D. Karl Kayser
in Göttingen
herausgegeben von Lic. Ferdinand Cohrs, Studiendirektor in Eichsburg
Zehnter Jahrgang
Braunschweig
Druck und Verlag von Albert Limbach G.m.b.H.
1905
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