Luther, Martin – An Nikolaus von Amsdorf

Luther, Martin – An Nikolaus von Amsdorf

12.2.1542

In Christo vielgeliebter Herr.

Ich freue mich auch gar sehr, daß auch euch mein Schreiben gefallen, nemlich, daß ich nicht vergeblich geschrieben. Dann ich wollt euch trösten, weil ich für euch keine geringe Sorge trage, inngedenk, in was für eine Last ich euch gesteckt, oder vielmehr habe stecken lassen. Der HErr aber, der durch Thoren und Kinder die Welt regieret, und die Weisen in ihrer Weisheit zu schanden macht, wird sein Werk selbst vollenden durch uns, die Allerthörichteste, wie wir Sprüchw. 1. genennet werden. Es solle euch im übrigen nicht anfechten, daß ichgeschrieben, ich wolle von euch nichts begehren. Ich schrieb solches von euch als Bischof, nicht als von Amsdorfen, das ist, ich wollte nicht, daß mir etwas von des Bißthums Sachen gegeben würden, damit die nichtswerthe Ochsenköpffe keine Gelegenheit hätten zu lästern, nachdem sie alles ohne Gewissen gefressen, und hernach die Schuld auf uns schieden, wann ein Schwein oder Haase jemand anders verehrt würde. Lasset sie fressen in GOttes, oder eines andern Namen, daß wir nicht mit Fressen gelöstert werden. Ich gratulire auch, daß die Zeitzische Geistliche sich gehorsam bezeugt. Neues weiß ich nichts, als daß der zu Naumburg versprochene Tractat, von dem Bißthum, unter der Presse ist. Er wäre längst zu Ende, wenn es meine neue Leibesschwachheit hätte zugelassen; und was wollt ich lieber, als daß er längst fertig wäre? Ich thue, was ich kann, willig. Gehabt euch wohl in dem HErrn, der euch stärke. Bittet für mich. Dat. den 12. Febr. 1542.

Mart. Luther

Dr. Martin Luthers Sämtliche Schriften.
Siebzehenter Theil.
Johann Georg Walch
Halle im Magdeburgischen
Druckts und verlegts Joh. Justinus Gebauer

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