Calvin, Jean – An Farel in Neuchatel

Calvin, Jean – An Farel in Neuchatel

Weggelassen sind unwichtigere Nachrichten.

Calvins Meinung von dieser Sendung.

– Um mich brauchst du dir gegenwärtig keine Sorgen machen. Hätt ich doch die Entschuldigung nicht, die ich [den Genfern] vorbringen muss! Denn ganz wider meinen Willen schleppt man mich nach Regensburg; erstlich weil ich glaube, schon die Reise wird mir sehr beschwerlich fallen; dann weil ich sehr fürchte, dass es eine lange Weile währen wird; denn solche Reichstage ziehen sich gewöhnlich bis zu zehn Monaten in die Länge; schließlich weil ich mir zu solchen Verhandlungen sehr wenig tauglich vorkomme, mögen die Andern auch sagen, was sie wollen. Aber ich will Gott folgen, der weiß, warum er mir solchen Zwang auferlegt. Ich bin erstaunt, dass Sulzer in seinem Briefe schrieb, ich sei durch das Urteil Melanchthons bewährt usw. Ich kann nicht erraten, woher er das hat, da ich dich doch so sehr gebeten hatte, kein Wörtlein zu sagen. Denn ich sah voraus, dass das nur Neid zur Folge hätte; vielleicht würde es auch so ausgelegt, als hätte ich von dem nur ehrgeizig geprahlt, was du doch aus Melanchthons eigenem Mund gehört hast. Aber ich will auch das der Leitung des Herrn überlassen.

– – – Dienstags werden wir reisen. Gibt’s etwas, so hast du Capito hier. Denn ich allein reise mit Butzer. Ich bitte und beschwöre sich, durch viele lange Briefe meiner Langeweile abzuhelfen; denn wenn mich nicht der Trost meiner Freunde aufrecht hält, muss ich daran sterben. Lebwohl bester, allerliebster Bruder.

Straßburg, 19. Februar.
Dein Calvin.

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