Luther an seine Frau Catharina, 10.7.1540

Luther an seine Frau Catharina, 10.7.1540

Frawen Katherin Luderin zu Wittemberg etc. meiner lieben hausfrawen etc.

G. v. f. Liebe Jüngfer Kethe. Ich schicke dir hie mit dem fürman Doctor Blickards etc. xxxxij taler den sold auff Michaelis künfftig verfallen, Dazui die xxxx fl. Georgen schnellen aüff rechnung, der magstü braüchen bis wir komen. – Wir haben zu hofe nicht einen pfennig klein müntze mugen haben, so wenig als yhr zu Wittemberg habt. Denn Goerogen schnellen aus H. Georgen land von Weissensee, ist das kleine geld komen. Ich halt aber, Es seien nü komen oder werden bal komen 1000 fl. an groschlin von m. g. etc. herrn zur wechsel etc. Denn es ist ia so befolhen. Es were aber gut, das die leute anfiengen selbs die Mercker zu meiden, wie die schotten pfenning, Denn sie thün ia zu grossen schaden diesem furstenthum, weil einer nicht v pf. werde ist. Vnd mugen die lenge nicht gelidden werden, on verterben meins g. etc. herrn, auch seiner lande vnd leute, wie wir sagen werden wils Gott. Du magst versuchen, bey Hans von Taubenheym zu Torgaw, ob er dir für die taler kleine muntze kondte oder wolt wechseln. Nichts newes, denn das auch hie ynn diesen landen der teuffel auch tobet, mit schrecklichen exempeln seiner bosheit, vnd die leute treibet, mordbrand, eigenmord etc. Werden auch tlugs darüber gefangen vnd gerichtet. Damit vns Gott vermanet zu gleuben, zu furchten vnd zu beten. Denn ist ist Gottes straffe vber die vndanckbarkeit vnd verachtung seines lieben wortts. Magister philipps kompt wider zum lleben aus dem grabe, sihet noch krencklich aber doch leberlich, schertzt vnd lacht wider mit vns vnd isset vnd trinckt wie zuvor mit vbertissche. Gott sey lob. Vnd dancket yhr auch mit vns dem lieben Vater ym hymel/ der die todten auffweckt vnd allein alle gnade vnd guts gibt, gebenedeiet ynn Ewigkeit Amen. Bettet aber mit vleis, wie yhr schuldig seid, fur vnsern herrn Christum, das ist fur vns alle die an yhn gleuben, wider den schwarm der teuffel, so itzt zu Hagenaw toben vnd sich aufflehnen, wider den Herrn vnd seinen gesalbeten vnd wollen yhre bande zu reissen, wie der ander psalm spricht. Auff das sie Gott ym hymel spotte, auch zuletzst zu schmettere, wie eins topffers gefesse Amen. Was aber daselbs geschicht, wissen wir noch nicht. On das man achtet, sie werden vns heissen Thu das vnd das etc., oder wir wollen euch fressen. Denn sie habens bose ym synn. Sage auch Doct. Schifer, das ich nichts mehr von Ferdinando halte. Er gehet dahin zu grunde, Doch hab ich sorge, wie ich offt geweissagt, Der Bapst mocht den Turken vber vns furen, da Ferdinandus nicht fast wehren wurde, wie er ettwa auch seltzam wort gesagt sol haben, Vnd die werck ebenteurlich sehen. Denn der Bapst singet schon bereit flectere nequeo superos, acheronta monebo, kan er den keiser nicht vber vns treiben, so wird ers mit dem Turcken versuchen. Er wil Christo nicht weichen, So schlahe auch Christus drein beide ynn Turcken, Bapst vnd teuffel vnd beweise das er der rechte einige herr sey/ vom Vater zur rechten gesetzt Amen. Amstorff ist auch noch hie bey vns. Hiemit Gott befolhen. Amen.
Sonnabends nach Kiliani 1540
Mart. Luther

Das Lohn vnd tranckgeld wirstü dem furman wolffen wol wissen zu geben. Ich dencke, wie du die fenster ym newen dache machen lassest, Denn ichs habs vergessen, da ich wg zoch, Es solten nur zwey gegen dem Collegio sein, Zwischen beiden feurmeuren, vnd oben ym first keines gegen dem Collegio vnd drey kleine mit auffgerichtem zigelstein, gegen der kuchen. Auff dem gange ynn die finster kamer, solten durch die zwey gestickten felder, die helfft hoch gekleibet (Das man vnter hin gehn kondte) vnd das liecht zum Dach herein fallen. Aber ich hoffe, Es sey verseumet.

Quelle:
Dr. Martin Luthers Briefwechsel
Herausgegeben von Dr. C. A. H. Burkhardt
Leipzig
Verlag von F. C. W. Vogel
1866

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