Luther an seine Frau

Luther an seine Frau

G. u. f. liebe jungfraw Kethe, gnedige frawe von Zulsdorf (vnd wie E. g. mehr heist), ich fuge Euch vnd Ewr g. vntertheniglich zu wissen, dass mirs hie wol gehet; ich fresse wie ein Beheme vnd saufe wie ein Deudscher, das sey gott gedanckt. Amen. Das kombt daher, n. Philips ist warlich tod gewest vnd recht wie Lasarus vom tod auferstanden. Gott der liebe vater horet vnser gebet, das sehen vnd greifen wir, on dass wirs dernoch nicht gleuben; da sage niemand amen zu vnserm schendlichen vnglauben. Ich hab dem d. Pomer. pfarrher geschrieben, wie der grave zu Schwartzburg einen pfarrher gen Greussen bittet, da magstu auch als eine kluge frawe vnd doctorin mit m. George Maior vnd m. Ambrosio helfen zu raten, welcher vnter den dreyen sich wolle bereden lassen, die ich dem Pomer angezeigt; es ist nicht ein schlechte pfarr, doch seid Ihr klug vnd machts besser.

Hie zu Arnsted hat der pfarrer von einem meidlin einen teufflen recht christlicher wirst ausgetrieben, davon wir sagen wollen, wills gott, der noch lebt vnd sollts dem teuffel leid sein.

Ich hab der kinder brieve, auch des baccalarien (der kein kind ist) (Mariische auch nicht) kriegt, aber von E. gnade hab ich nichts kriegt, werdet itzt auf die vierde schrift, ob gott wil, ein mal antworten mit Ewr gnedigen hand.

Ich schicke hie mit m. Paul den silbern apfel, den mir ir g. h. geschenckt hat, den magstu, wie ich zuvor geredt habe, vnter die kinder teilen vnd fragen, wie viel sie Kirschen vnd epfel dafur nemen wollen, die bezale yhn bar über vnd behalt du den stil davon.

Sage vnsern lieben kostgengern, sonderlich doctor Seuero oder Schiefer mein freundlich hertz vnd guten willen, vnd dass sie helfen zu sehen yn allen sachen der kirchen, schulen, haus vnd wo es not sein wil. Auch m. Georgen Maior vnd m. Ambrosio, dass sie Dir zu hause trostlich seien, wills gott, so wollen wir bis Sontag auf sein von Wymer gen Eisenach zu zihen vnd Philips mit. Hie mit gott befolhen. Sage Lycaoni nostro, dass er die maulbeer nicht verseume, er verschlafe sie denn, das wird er nicht thun – er versehe es denn – vnd den wein sol er auch zur zeit abzihen. Seid frolich alle vnd betet. Amen. Wymer die visitationis 1540.

Martinus Luther,
dein hertzliebchen.

Quelle:
Dr. Martin Luthers Briefwechsel
Herausgegeben von Dr. C. A. H. Burkhardt
Leipzig
Verlag von F. C. W. Vogel
1866

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