Der Brieff an Romische keyszerliche Maiestat rc. Hartmutds von Cronberg.

Der Brieff an Romische keyszerliche Maiestat rc. Hartmutds von Cronberg.

Vnvberwintlichster/ durchleuchtigster groszmechtigster vnd Christlicher Kayser O Caroli/ Ich ausz dem geringsten deiner Maiestat diener hab hertzlich betracht/ die hohe vnd grosse delues obgemelten titels/ wilcher dir durch die aller hochst gnade gotis warhaftiglich zugeordnet ist.

Deszhalben erfordert die grosse notturfft das dw geschickt seist dich durch einen demutigen geist entpfenglich zumachen/ solcher vber hoen gnade von got zuentpfahen zu gleich wie die mutter gottis durch yhre bewilligung/ vnd das sie den wortten glaubt ein mutter worden ist des hymmelischen ewigen kunigs.

O keyszer der almechtig got durch sein gotliche gnade vnd mildickeit/ berufft dich zu obgemlts titels wirdigkeit/ in deinem gewalt steht nit allein/ ein knecht gottis zusein/ szunder auch ein kind gottis/ szo du dich eynisz mit kindtlicher forcht deinem hern vnd hymlischen vatter ergibt.

Szo wurdet der selbig dein hymelischer vatter dich frey ledig machen/ vor aller menschlicher forcht.

O Keyszer so du annimbst die forcht gottis/ so wurt dir die gnade von got hauffende zufallen/ dein manlichh vnd trefflich kriegs volck/ des Romischen vnd Hispanischen reychs/ seind dir zu einem vnuberwintlichen waffen geben.

Szo du eynis dasselbig waffen/ nach dem willen gottis mit ernst vnd fleysz vnderstehn wurdest zugebrauchen.

Vnd das du deinen fleysz darauff stellist/ mit der kindlichen forcht zu got in gotis wege zuwandelen/ als dan liebt vnd forcht das volck seinen herren/ so das sicht das er got forchtet/ vnd so viel der her von got abweicht/ so viel weyter weicht das volck von dem herren.

Darumb wo du die forcht gottis wurdest annemen so verleurest du alle andere forcht der menschen vnd teuffel vnd erlangst also warhafftig den vberhohen titel vnd wurdest sein vnvberwintlich/ durchleuchtig/ groszmechtig so du ein warhafftig Christ bist/ dan solchen titel mag neimandts warhafftig haben/ er sey dan ein warer Christ.

Darumb on zweyffel vil Keyszer vnnd konig haben yhnen solchen hoen tittel falschlich zuschreyben lassen/ ausz mangel/ das sie durch die gnade gottis solichs tittels nit gnugsam erindert worden seind/ deine hohe adeliche konigliche geburt begabt mit hoher adelicher tugent/ dartzu die grosse macht deyner konigreich vnnd keyszerthumb welichs dir sunder zweiffel alles/ ausz der hohen gnaden gottis geben/ die selbig ist nit zuvergleychen der vber hoen gnaden/ die dir got in der tauff geben hat/ dan in der selbigen bist du so hoch gewirdiget vnd geadelt/ das dw gewalt hast ein bruder vnnd miterbe Christi vnd seines ewigen reychs zusein.

Nimbst du solche vberhohe gnad an/ so bistu selig/ wo du aber wurdest die selbig nit recht zuhertzen vassen/ wie du schuldig bist/ so wurdet dir alle gnade von got auff das allerschadlichst sein zu gleich als Lucifer mit seiner geselschafft zu engelischer hoher wirdigkeit von got erschaffen ist. Die weyl aber solche engelische creatur sich yhrer hohen gnaden durch die hoffart mißbraucht haben. Deszhalben so viel adelicher vnnd wirdiger sie von got beschaffen/ szo vil schmelicher vnd herster sie durch die stracke gerechtickeit gottis zur ewigen straff verurteylt.

O aller adelichster groszmutiger keyszer neme an die hoe gnad gotis/ forcht einig deinen got/ der dich in keyner not verlassenn wil/ lasz dich kein menschlich forcht von dem rechten stracken weg vnd von got abwenden/ volge nit dem Bapst/ so er das wort gottis zu vndertrucken vntersteht/ gib raum dem waren knecht gotis doctor Luthern das wort gottis zupredigen/ welcher vil tausent menschen zu dem waren bronnen Christum Jhesum gefuret hat/ ausz welchem bronnen ein yeglischer durstiger so viel er wil trincken mag.

O wie ein seliger brunnen ist das/ ein yeglicher der den hoen aller edelesten geschmack befindet/ der durstet mehr darnach/ vnd wurdet nach seinem begeren wunderbarlich ersettiget.

O Keyser ein grosse schar der menschen seint durch die lere des wegweysers doctor Luthers zu diesem lebendigen bronnen kommen/ vnnd ausz dem hymelischen bronnen getruncken/ weliche dadurch bewegt hertzlich vor dich zu got ruffende vnd bittende das du durch die gnade gottis mochtest recht vorsuchen vnd erschmacken dieszen aller edelsten wolgeschmackesten bronnen.

O Keyszer/ wo du das lebendig wasser versuchenn wurdest/ so magst du nach allem lusten dich ersettigen mit erlangung aller gnaden vnd tugenden/ du wurdest dardurch bewegt alle dein volg zu diesem aller seligsten bronnen zufuren/ dan dises aller edelsten lebendigen bronnens wurdet kein mangel sein vnd so viel mer darnusz getruncken wurdet/ so vil reichlicher solcher edeler bronnen vberfleusset vol aller gnaden vnd tugenden/ dein vbertrefflich kriegs volck/ welchs durch die menig des gelts vnd silbers nit wol zuerfullen ist vmb des verfluchten geytz willen der in aller welt vnsz regirt/ szo dw solchs dein manlichs ovlgk zu dem seligen bronnen furen wurdest/ szo werden sie erfullet vnd ersettiget mit aller gnaden vnd tugenden des seligen bronnens/ vnnd dardurch der vnersatzlich geytz verwandelt werden in einen gerburlichen genugen vnd sie settigen lassen mit einem leydlichen besoldungen/ als dan wurdet vnter deinem volck ein grosse verwandelung geschehenn. Der eygennutz wurdet sich durch die gnade gottis verwandeln in die susse bruderliche liebe/ vnd zu got ruffen vnd bitten in aller not als zu vnserm warhafftigen hymelischen gemeynen vatter/ dein großmutig kriegs volck wurdet ein vnuberwintlich gemut fassen vnd eynig got furchten/ vnd dir als yhrem hern kayszer vnd knecht gottis in aller vnterthenickeit gehorsam sein/ yhre leyb vnd gut werden sie williglich fur dich mit frolichem gemut stzen/ sso du einig in dem wegk des herren Christi mit ernst vnterstehst zu wandelen/ dein vnuberwintlichst kriegsvolck wurdt den todt nit furchten/ grosser thaten werden sie sich vnterstehn vnd auch enden gegen deinen feinden so du warhafftig bist ein diener gottis.

O was grosser furcht werden haben alle feind Christi szo sie befinden dz dein volck sich vor dem grausamen todt nit furcht/ sie werden erschrecken vor deriner vnuberwintlichen gewalt/ welcher dir von oben herab gegeben ist/ du wurdest fride gebieten vnder deinem volck die vngerechten werden zittirent erschrecken vor deynem angesicht/ dein gewalt der dir von got geben ist/ der wurdet durchdringen in der gantzen welt.

O keyszer vil manlicher fromer man wurdest du erwecken vnter deinem volck die sich in ruwe geben haben in yhrem heymet got vnd yhrem negsten zudienen/ welche yhre waffen vnd alle yhre krigsrustung mit dem hochsten fleysz herfure suchen werden gegen allen denen die got vnd dir widderstreben/ vil dapfferer gemut wurdest du vnter den selbichen finden deren vil ausz dem vorgemelten bronnen getruncken haben.

O tugentlicher Kayszer dir wil auch geburenn den Bapst vnd die seinen ausz bruderlicher liebe zu diezem bronnen zuleydten/ dem selbigen kanst du mit grundt der heyligen schrifft antzeygen das er warhafftig ein vicarii des teuffels vnd Antichristus ist.

Vnd das warhafftig die Babstlich gesetze so durch die menschen yhrem kopff nach erdacht vnd gesetzt kein gutten grund haben/ vnd das solchs nichts anders dan ein stinckender fauler pfutzen ist des teuffels/ vnd wir so vbel vns selbst verfurt haben auff vnsere eygene selbst erdachte teuffelischen wege vnd dardurch verhindert zu dem rechten heylsamen bronnen zukommen/ welchs szo gar warhafftig durch die vber hohe gnade gottis durch doctor Luthers lere clarlich auszgetruckt wurd/ das ein yglicher der augen vnd oren hat/ dasselbig scheinbarlich sicht vnd horet/ welchs der Bapst mit allen den seinen mit keinem grundt der heyligen schrifft widderreden mugen/ denn der mundt Christi vbertzeugt sie szo klar/ deszhalb sie gantz gefangen mussen sein durch yhr eygen bekentnisz/ dan wir schlechtenn leyhen verstehn solchs/ vnd ich einer ausz den geringen verstendigen hab so vil ausz den obgemelten bronnen getruncken dar durch ich allein solchs genugsam mit grundt der heyligenn schrifft mit der hulff gottis zu beweyszenn weysz/ doch wil ich mich hiemit vnbegeben haben des beystands von vielen gelerten vnd layhen/ die sich solchs obgemelten bronnens durch die gnade gottis hoher vnd besser begraucht haben/ dan ich/ welchs ich mir vorbehalten haben wil/ so ich von dem Bapst oder den seinen vmb der warheit willen angefochten werde.

Got hat vns ausz grosser seiner barmhertzickeit die augen auffgethan das auch die kinder sehen mogen/ vnd steht warlich die seligkeit in vnsern henden/ dan ob wir wollen/ so sehen wir das/ das die Aposteln vnsers Herren Christi gesehen haben, zu denen er gesprochen.

Selig seint die/ die do sehent das yhr sehent rc. Darumb aller adelichster keyser/ du magst yhe mit leychtem gemut herin handeln/ szo du das wort gottis auff deyner seytten hast.

Die weil dasselbich durch Christus mundt hoch bekrefftiget ist sprechende/ Hymel vnd erden werden zugehen/ aber meine wort mussen bleyben ewiglich. Wo der Bapst mit den seinen nit gantz mit dem teuffel vnd geytz besessen ist/ so magstu sie leichtlich von dem teuffel reyssen/ vnd auff den weg Christi furen/ vnd darmit dem Bapst vnd den seinen die hochst bruderliche liebe beweysen/ vnd wo der bapst mit den seinen dir in dem selbigen nit folgen wil/ vnd on allen grundt vorblend bleyben/ so hast du von got den gewalt vnd bist es auch schuldig mit aller deiner macht gegen yhm vnd den seinen zu handeln/ als gegen abtrinnigen ketzen vnd Antichristus.

O vnuberwintlicher keyser forcht dir nit vor der gewalt des Bapst/ wie grosz sein macht oder sein Antichristus anhang vnd hulff sein wurdt. Got wil dir helffen vnd sein gotlicher gewalt wurdet durchtringen das mag niemandt wenden.

Christus spricht/ yhr solt die nit furchten die euch den leyp todten/ aber vor dem sollent yhr euch forchten der weytter gewalt hat ewer sele in die helle zusetzen.

O keyser furcht deinen got welcher vmb seiner strengen gerechtickeit willen den engel Lucifer mit seiner geselschafft ausz dem hymelischen reich in die grausamen helle verstossen hat durch wilche hohe gerechtckeit alles menschlich geschlecht ausz dem paradysz gestossen/ von wegen der vbertrettung Adam vnd Eua/ vnd hat die strenge gerechtickeit gottis yhm selbst nichts nachlassen wollen/ sunder nach dem der almechtig got sein vnauszsprechlich barmhertzickeit an vns seiner armen creatur hat wollen ertzeygen.

So hat got gewolt das sein ewiger sone/ vmb vnser erlosung willen mensch werden/ vnd vor unser sunde so grausamlich gelidten vnd gestorben/ vnnd vns damit nit allein erloset von dem ewigen todt/ sunder das viel hoher vnd grosser ist/ vns mit teylhafftig gemacht seynes ewigen reichs/ vnd deszhalben so viel hoher vns got begnadiget hat.

Auch so viel mere wir gewarnet seind/ durch die gestreng gerechtickeit szo vber die engelisch creatur/ auch vber vnser vatter vnd mutter Adam vnd Eua ergangen/so viel grosser sorge sollen wir billich tragen/ damit wir vns nit von got durch menschlich furcht abwenden lassen/ darmit wir vnns der allerhochsten gnaden gottis nit selbs berauben/ vnd vmb vnser vndanckbarkeit willen durch die strenge gerechtickeit in die ewige straffe fallen.

O aller adelichster keyser dein Maiestat wollle diesze herinderung von deinem warhafftigen gtrewen diener vmb der warheit willen/ zu ehren got des almechtigen nit vorachten.

Der almechtig got wolle leydten deine fusztrid auff seinen weg/ der er selber ist zu deinem vnd deines volcks heyl.

Vnderthenigster diener.

Hartmudt von Cronberg.

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