Melanchthon, Philipp – Brief an Johannes Brenz, 28. Juli 1531

Melanchthon, Philipp – Brief an Johannes Brenz, 28. Juli 1531

Obwohl ich derzeit keine Muße zum Schreiben habe und geistig und körperlich sehr niedergedrückt bin, so will ich dich doch nicht im Ungewissen lassen über den Gegenstand unserer Besprechung, der uns mit Recht so am Herzen liegt. Sowohl Luther als mir hat dein Brief recht wohl gefallen und du hast nach unserer Ansicht den rechten Sinn und Ausdruck gefunden. Ich ermahne dich, daß du auf diesen Punkt in der Kirche allen Nachdruck legst, daß wir nämlich nicht wegen irgend einer Reinigkeit von unserer Seite für gerecht, d.h. Gott wohlgefällig angesehen werden, sondern um Christi willen, obgleich die Erneurung nothwendig darauf folgen muß, wenn man den heiligen Geist empfangen hat. … Leb wohl und schreib mir bald wieder.

Es grüßt dich Luther, der Sünder (Eigenhändiger Zusatz Luthers).

Philippus

Quelle:
Evangelische Volksbibliothek Herausgegeben von Dr. Klaiber, Garnisonsprediger in Ludwigsburg Erster Band. Stuttgart Adolph Bechers Verlag (Gustav Hoffmann). 1862

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