Melanchthon an Myconius

Melanchthon an Myconius

Ich habe den Draco ermahnt, für die Ruhe seiner Kirche zu sorgen und aufzuhören, mit seinem Kirchendiener in Streit zu leben. Solcher Wirren im Gemeindewesen ist es genug des Ärgernisses, welches nur das Ansehn des Evangeliums herabdrückt; wiir müssen vielmehr diese inneren Zwiste beschwichtigen. Ich weiß nicht, was noch aus ihm werden soll. Ermahne doch die Behörde, daß sie ihn zur Ruhe verweise, wenn er sich nichht in sie schicken will. Um solche Lappalien an den Hof zu bringen, ist der Fürst viel zu beschäftigt, als alle solche Dinge kennen zu lernen und in Erwägung ziehen zu können. Lebt wohl, lieber Friedrich, und bitte Gott, daß er uns Frieden verleihe. Sonntag Exaudi.

Phil. Melanchthon.

Zeitschrift des Vereins für thüringische Geschichte und Alterthumskunde.
Siebenter Band, Erstes Hef
Jena
Friedrich Frommann
1867

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