Jonas, Justus – An Johann von Dolzigk.

Jonas, Justus – An Johann von Dolzigk.

4. Jan. 1526

Gnad vnnd fryde Gottes, Gestrenger vnnd ernvehster gunstiger herr vnnd freundt, Ich bedanck mich gantz vleissig euerer vbergeschicktenn tractetlyn vnnd newer zeytung, habe dy selbigenn alle d Martino vnserm vater In Christo dem Pomerano vnnd d philippo geczeyget vnd wir wollens Jegen e gestr.((euer Gestrengen)) widerumb mytt allem vleis freuntlich gerne vordynenn, es gefelt mir sonderlich wohel an dem hern Johansen von Schwartzenburg, den ich zcu Wormbs erstlich gesehe, das er ein solich christlich mytleidenn aber vil mehr freudt treget, das dy zween prediger also von tyrannen gewurget, aber es muß also seyn, wohel den, welchen gott eyn freydigen muth, vnd starcken glauben gibt. das buchlin vom sacrament ist guth Carlstadsch vnnd philippus meint, es hab der altprediger zu Iehen((Martin Reinhard)) gemacht vnter eins andern nahmen, wy er dan fast gifftig ist. Pomeranus gedenckt, Zcwinglio, den zu Strasburg vnnd dem buchlyn in kortz zw anthwortenn, doch wolt Ir das buchlyn haben, so sol es e. gestr. vberschickt werdenn. dy prediger vnnd bruder zu Reutelingen haben itzund ein bothen hir, auch In der sacraments sachen, bittenn das der docter wider Zwingeln schreiben wolle, sagen wy dy lare, das der leib vnnd blut christi nytt do sey, wunder ser einreysse vnnd geschwinde lauff vnnd zunehme zu Zcurch In schweitz allen halben. philippuns vnnd ich haben gestern, den gantzen S. Hieronymum, fast alle ort außgesucht, wo er dor von geschriebenn. Sihe dy newen preopheten zcihenn der veter schrifft vor sich vnnd Ire meynung, vbergehen was wider sy ist, wiwohel Hieronymus vnfleissig dorvon geschribenn. Es hat wider Zwingel noch Ir keyner etwas gewisses, es seint noch alles dy dorren claren wortt sterker dan Ir denen vnnd streckenn, vnd Ire wildenn gesuchte eynfelle.. Man sagt es gehe In Ungern ein secte auff, das christus nytt gottes sohen ader gott sey (die wirdt volgenn) vnnd ist muglich es werden arrianische Zeiten drauß. Ich meyn das seint dy recht grewlich ferlich Zceiten. In letzten tagen wy paulus saget, Sihe, Ich habe es euch zuuor gesagt. Vnnd wan gleich der teufel, dorch gots verhengnis, wy er Ime dy welt zcu reich geeigent hatt, alles in ein hauffen kochte, so stehet dannoch der gottsgrund vnnd das sigel feste, gott kennet dy seynen. Ich schicke euch hir das buch vom freien willen D. Martini, newlich hab ich er Aschen v. klain((Soll wohl heißen Assa von Kram)) der das also hir befolen, auch bey einem eigen bothen eins vberschicket, das deutsch wirdt auch bald volgen, Ich bitt e. gestr. der eyns dem Cantzler d. Brucken von meyn wegen vberantworten lassen, euch freuntlich zu dynen bin ich gatnz gevlissen, vnnd willig. Geben mytwochs nach circumcisionis anno XXvj.

J. Jonas

Analecta Lutherana
Briefe und Actenstücke zur Geschichte Luthers
Herausgegeben von
D. Theodor Kolde
Gotha
Friedrich Andreas Perthes
1883

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