Christian Beyer an Friedrich von Sachsen, 6.12.1521

Christian Beyer an Friedrich von Sachsen, 6.12.1521

Dem Durchlauchtigsten rc. Fürsten uned Herrn, Herrn Friedrichen … Churf., Herzog zu Sachsen rc.

Durchlauchtigster, hochgeborner Fürst, Ew. Chf. G. seind meine unterthänige willige Dienst zuvorn, Gnädigster Churfürst und Herr. Auf E. Chf. G. Befehl hab ich abermals E. Chf. G. Begehren die nächste Aufruhr belangend der Universität und Capitel vorgehalten, mit Anzeige, daß sie sich auf vorige meine Werbung, die vor acht Tagen geschehen, einer einträchtigen Antwort entschließen wollten; daß sie auch darob seyn sollten, damit nicht weiter Irrthum erfolge, und daß die Mißhändler in Straf genommen würden.

Also haben sie mir zu Antwort gegeben, daß sie E. Chf. G. nicht lang aufziehen wollten mit ihrer Antwort den Mißbrauch der Messen belangend; sie würden sich aber nimmermehr einer einträchtigen Antwort entschließen, dieweil der Ausschuß auf ihrer Meinung beruhe, und die andern bei dem Gebrauch bleiben wollten. Wie aber dem (sey), so sollten diejenigen, so es mit dem Ausschuß nicht hielten, ihre Meinung und Ursach, warum es nicht seyn sollt in Schrift bringen, welche alsdann E. Chf. G. zugeschickt sollt werden.

Zum Andern so hätten sie die ihren, so bei der Handlung gewesen, arrestirt, wollten auch dieselben in gebührliche Straf nehmen, wollten auch dafür sorgen, daß solch Vornehmen fürder unterlassen. In summa es sollen die Aufruhr etliche Studenten von Erffurth, die an ihnen selbst empörissch seyn, erweckt haben, gehen in Gestalt der Studenten und halten sich bei ihren Privilegien nicht gemäß, welche besser sey wären unter der weltlichen Hand. E. Chf. G. zu dienen bin ich willig. Datum am Tage Nicolai, anno XXI.

E. Chf. G.
unterthäniger
Christianus Beyer, Doctor.

Bretschneider, Carolus Gottlieb
Corpus Reformatorum
Volumen 1
Halis Saxonum
C. A. Schwetschke und Sohn
1834

Kommentare sind geschlossen.