Hans Lantschad an Kurfürst Friedrich den Weisen

Hans Lantschad an Kurfürst Friedrich den Weisen

25.10.1520

Dem Durchleuchtigisten Hochgepornen Fursten vnd herrn, herrn Friderichen Khurfürsten, vnnd hertzogen zu Sachsen, etc. mynem gnedigsten herrn, Entbiett ich Hans Lantschad zu Steynnach ritter, syner Furstlichen gnaden vnderthenig diener, viel heyls. gnedigster Furst vnnd herr. ich habe gelesen, eyn büchlin, so der hochgelertt Martinus Luther, doctor, vnzweifel durch Ingebung des helgen geystes, hat der romischen, koniglichen Maiestat auch Kurfürsten, Fürstenn, vnnd andern stenden des helgen Reichs, zu Zugeschrieben vnnd vssgehn lasssen, Darzu er grüntlich, klerlich, (Wie auch vffentlich, am tag lytt, vnd allen Nationen der Cristenheit, der merertteyl kuntbar ist,) anzeygt, Was großer mengel, gebrechen, vnd beschwernus, sich Itzunt, In der Cristlichen kirchenn Durch derselbigen vbersten, vnnd Nidersten haubter, (die da hanthaber des Cristlichen glaubens, vnnd Gotlicher gerechtigkeiten, ze syn solten,) erhaltenn mit teglicher Merung, aller beschwernüs der gantzen Cristenheitt, vnnd nachteyl gottlichs lobs, vnnd Cristlichs glaubens, Dartzu zu Zerstorung, des gemeynen nutz der gantzen Cristenheitt, Sonderlich teutscher Nacion Dient, vnnd reychen mag, Wo solchs alles nit verhüt vnnd verkomen wirt, durch das hellig romisch reich dem das Weltlic hschwert, zu hanthaben, auch Zuschutze vnnd schirmen den Cristlichen glauben auch die Cristlich Kirch, by gotlicher gerechtigkeit, Dartzu der gemeyn nutz zc zu hanthaben, Zuschützen, vnnd Zuschirmen, Alles Irs Vermogens, gantz willig, vnnd mit vleis geneygt Erkenn, auch alwegen, darfurgehalten vnnd Noch das E. F. g. gots lob, vnnd die gerechtigkeit zuhanthaben, von gott begnadet syn, So wurd ich bewegt, Vnnd vervrsacht, als eyn alter, getreuwer vndertheniger Diener E. F. g. Vndertheniglich Zuermanen, Das E. F. g. als eyn, loblicher churfurst, der hochsten glyder eyns der Cristenheytt, der nit die kleynsten stym, In der Itzigen Versamlung, des helgen, romischen reichs, betrachten wellen, das gott der almechtig, onzweifel durch Ingeben des helgen geystes, E. F. g. In Irm Fürstenthum, durch Wünderlich werk Eyner eynige Personn, eroffnet hatt, die vnzälbarlichen mengel gebrechen vnnd Beschwernus, der Cristlichen kirchen der gotlichen gerechtigkeit, vnnd gemeynes Nutz, on allen Zweifel, Darum E. F. g. Itzt by Irem obersten haubt, Romischer, Koniglicher, Maiestatt, Auch gemeynen stenden des helgen reichs, sollen, mit allem Ernst vnd hochstem Vleis, Bitten, manen vnnd anhalten, das vff die bessten Weg, mittel, vnd fugen, So muglich ist, helffen handeln. Damit gottes Lob, ere, gerechtigkeit, auch gemeyner Nutz, der ganzen Cristenheitt gehanthabt, gemert, vnnd In allen Unfugen mag gebessert mog werden. Mit solcher arbeytt, mogen on allen Zweifell, E. F. g. Gots huld, gnad vnd Ewige Seligkeitt erlangen vnd In dieser Welt von den Fromen Lob vnnd ere, Datum vff Dorstags Nach den elffdausent Jungfrauwen tag [25 oct.] xxe xxo

E. F. G.
Vndertheniger
Hans Lantschad zu Steynnach
Ritter

Archiv für Reformationsgeschichte
1. Jahrgang 1903/1904
herausgegeben von Walter Friedensburg
Berlin
C. A. Schwetschke und Sohn
1904

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