Friedrich der Weise an Fabian von Feilitsch

Friedrich der Weise an Fabian von Feilitsch

Schreiben des Churfürsten an Fabian v. Feilitsch d. d. Gotha 10. Sept. 1520

Von gots gnaden fridrich hertzog zu Sachssen vnnd Churfurst.

Lieber getreuer Vnnd rat Wir geben dir gnediger meynung zuerkennen| das vnns h Karl von Miltitz angezaigt, wie er zu eysleben bey doctor Staupitz vnd anderen vettern gewest| vnd mit Inen samt gehandelt| das er gewilliget gen Witenberg zu ziehn| Vnd mit doctor martino zuhandeln. Nu hat vns h Karl dabey angezaiget| wo dieselben vetter nichts entlichs ausrichten wurden| das er alsdan auch gern bey doctor martino gen wolt Allain trug er etwas schewhe| gen Witenberg zuziehn vnd darauf erboten| das wir dir schreiben wolten sich dahin zu richten| damit doctor martino legen ain meil wegs oder zwo von Witenberg zu Ime keme| Vnd wiewol wir nit wissen| was dy vetr [so hern karl zu eysleben abgefertigt] mit doctor martino handeln werden oder was h karl mit Im zureden furhat Bedenken wir doch weil h karl in willens widerumb gein Rom zuziehen| das Im solchs nit zu wegern sein solt Darumb ist vnser gnedigs begern| du wellest doctor martino solchs durch dein schreiber vormelden vnd an Ine begeren wo es Im nit sond beschwerlich| das er sich| irgent| gein lichtenberg oder| an ain ander ort, nahe vmb Wittenberg zu h karl fug| vnd hor| was er mit Im handeln vnd reden wolt| Vnd was h karl| mit Im| handeln vnd reden werd| auch was die vetr von Eysleben bey Im ausgericht haben| das er vns solchs alles nachfolgent zuerkennen geb.

h Karl hat Vns auch alhie von wegen der Vcent vnd XIII ducaten, so man Im schuldig sein sol| anreden lassen Weil du dar vorhin derhalben| ain abred gemacht| so willest uns vermelden wie es vmb dieselbig schuld gewand ist| damit wir vns darnach zurichten| vnd die bezallung zuuerschaffen wissen In dem allen wirstu vns zugefallen. dat. Gotha Montag nach vnser lieben frauwen tag anno d. XX.

an Fabian v. Feilitzsch

Zeitschrift für thüringische Geschichte und Alterthumskunde
Erster Band
Jena, Friedrich Frommann
1854

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