Calvin, Jean – An Farel in Neuchatel (569)

Calvin, Jean – An Farel in Neuchatel (569)

Nr. 569 (C. R. – 2903)

Farel hatte für einen jungen Mann, den wir nicht kennen, Calvin um Rat gefragt, ob er ihm nicht eine Frau wüsste; Calvin scheint dem Heiratslustigen selbst Auskunft gegeben zu haben. Antoine de Saussure, Sieur de Dommartin, (vgl. 347) früher Staatsrat des Herzogs von Lothringen, lebte als Refugiant in Neuchatel, später in Genf. Gaspard Carmel war ein von Neuchatel nach Paris gesandter evangelischer Pfarrer. Über die Marquise de Rothelin vgl. 529 und 537.

Calvin als Heiratsagent.

Ich hätte einige in frommer Zucht aufgewachsene Mädchen aus gutem Hause nennen können, aber da sie alle ganz arm sind, wagte ich es nicht, sie vorzuschlagen. Es fiel mir tatsächlich keine ein, die von schönem Äußern und gutem Charakter gewesen wäre und dabei vermöglich. So habe ich in meinem Briefe nur drei erwähnt; vielleicht fallen mir mit der Zeit noch andere ein. Es soll mein Bemühen sein, dass der junge Mann gut versorgt wird. Zwei junge Mädchen von schönem Äußern und mit höherer Bildung sind in Eurer Nähe, die Tochter de Dommartins und die de St.-Laurents, die zwar beide keine besonders große Mitgift in die Ehe brächten, aber auch nicht ganz nackt kämen. Wenn mir in Genf etwas Passendes in den Weg läuft, will ich dir berichten. Hättest du neulich deinen Ausritt bis zu uns ausgedehnt, so hättest du dich bequemer selbst erkundigen können. Von der Lage der Pariser Gemeinde wird dir hoffentlich Gaspard erzählen können. Vielleicht kommt in zwei Tagen auch noch ein anderer, der bei der Marquise war, von dem kannst du dann noch mehr über unsere Angelegenheiten erfahren. Lebwohl, bester, trefflichster Bruder. Der Herr sei mit dir; er leite und segne dich. Den Brüdern viele Grüße.

1. Juli 1558.
Dein
Johannes Calvin.

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