Luther an Gustav I., König von Schweden

Luther an Gustav I., König von Schweden

Empfehlung Johann Wedde’s und Neuigkeiten.

Dem großmechtigsten durchleuchtigsten Fursten vndt Herren, ihm Schweden, Gotten &c. König, meinen gnedigsten Herrn.

G. u. F. und mein arm Pr. nr., Großmechtigster Gnädäigster Herr König. Wie woll ich nicht sonderliches hatte E. K. M:tt zu schreiben, doch weil gegenwurtiger Johannes wedde mein Schrift an E. K. M:tt begerdt, hab Ich nicht wissen ihm zu wegern, und bitte E. K. M:tt woltej genandten Johannes gnädiclich ihr lassen befohlen sein. Neue Zeitung sind mehr und größer bei uns, den man schreiben kan. Der Turch liegt an Mehrern in Ungern mit großer Macht und zu Ofen bei XVI tausend unsern Volk erschlagen. Alles das kostliche Geschiitz Maximiliani im Osterreich mit viel hundert tonnen pulfvers verlohren und groß gut. Man achtet, es zey der Pfaffen und hohen heubter verretern. Gott erbarms und helffe uns und vergebe uns unsere sünde. E. K. M:tt thäten ein gut werk, und liesen inn den Kirckenn für das arme verlasßen dutske landt bitten. Wir haben kein heubt, der Keiser ist von Regensburg in Italia gezogen, Ferdinandus der das spiel angericht hat sich verkrocken. So sind die Printzen mordbrenner mitten unter uns. Sitzen also zur Ziel den mechtigen feinde auff bloßer Gottes gnaden. Gott gebe das Christus kome mit den jungsten Tag und machte solchen großen Boßheit, und teuflichen wesen ein Ende. Amen. Ich befehl E. K. M:tt die Kircken und Schulen. Gott der allmechtige beware und leite E. K. M:tt zu seinem lob undt Ehre, zu friede und wohlfart des landes. Amen. Dingstags nach Michaelis 1541.

E. K. M:tt
williger
Martinus Luther. D.

Lutherbriefe
herausgegeben von
Lic. theol. Johann KArl seidemann,
Pfarrer zu Eschdorf bei Dresden.
Dresden
H. J. Zeh (sonst R. Kori)
1859

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