Calvin, Jean – An Farel in Neuchatel

Calvin, Jean – An Farel in Neuchatel

Weggelassen sind einige einleitende Bemerkungen.

In der Frage der Rückberufung will Calvin nicht selbst entscheiden.

– Über meine Gesinnung vernimm das: Hätte ich die Wahl, ich täte lieber alles andere, als dir gehorchen. Aber da ich weiß, dass ich nicht mein eigener Herr bin, so bringe ich mein Herz gleichsam ertötet dem Herrn zum Opfer dar. Deshalb brauchst du nicht zu fürchten, es handle sich nur um schöne Worte. Die Straßburger versprechen ganz wahrhaftig sein zu wollen; und ich dringe nur darauf, dass sie ohne Rücksicht auf mich prüfen, was Gottes Ehre und seiner Kirche Nutzen bringt. Wenn ich auch nicht sehr erfinderisch bin, so würden mir doch Ausflüchte nicht fehlen, mit denen ich so heimlich ausweichen könnte, dass es bei den Menschen leicht den Anschein erweckte, die Sache sei nicht durch mich ins Stocken geraten. Aber ich weiß, dass ich es mit Gott zu tun habe, der solche Schlauheit entdecken würde. Deshalb habe ich meinen Sinn gebunden und gefangen gegeben in den Gehorsam Gottes, und wenn mein eigener Rat mich im Stich lässt, so überlasse ich mich der Leitung der Leute, durch die, wie ich hoffe, der Herr selbst zu mir reden wird. – –

[24. Oktober 1540.]

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