Phil. Melanchthon, M. Luther und Justus Jonas an den Stadtrath zu Amberg (1538)

Phil. Melanchthon, M. Luther und Justus Jonas an den Stadtrath zu Amberg (1538)

Wittenberg, 30. Nov. 1538

Gottes Gnad rc. Wir wollen euch guter treuer Wohlmeinung erinnert und vermahnet haben, wie ihr angefangen, Gott zu Lob und den Christen zur Seligkeit das heilige Evangelium zu fördern, daß ihr diesen wahrhaftigen hohen Gottesdienst, nämlich rechte Lehr, die Gott vor allen Dingen fordert, mit Ernst wollet pflanzen und fördern, und, wie St. Paulus spricht, euch des heiligen Evangelii nicht schämen, sondern bedenken, wie hoch allen Menschen und besonders den Oberkeiten befohlen, solch Amt zu erhalten, auch wie gräulich diejenigen das Blut und den Tod Christi verachten und lästern, die seine reine Lehre verdammen, und Hilf thun, die Christen zu verfolgen und unschuldig Blut zu vergießen, wie große Gnad auch unser Herr Christus für die Bekenntnuß anbeut, und welche Straf er den Verächtern dräuet, da er spricht: „Wer mich bekennet für der Welt, den will ich wiederum bekennen für meinem Vater im Himmel; und wer mich verläugnet, den will ich zu Schanden machen.“ Gott wolle euch seine Gnad verleihen, und allzeit bewahren.

Quelle:
Auserlesene geistvolle Briefe Der Reformatoren und sonstiger bedeutender Männer der evangelischen Kirche Zur christlichen Erbauung und Belehrung von C.E. Renner, evangelischem Pfarrer. Stuttgart. C. Cammerer (früher H. W. Beck’s Verlag.) 1862

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