Luther an Kurfürst Johann Friedrich von Sachsen

Luther an Kurfürst Johann Friedrich von Sachsen

7.11.1537

G. u. Friede in Christo und mein arm Pater noster. Durchleuchtigster, hochgeborner Furst, gnädigster Herr! MAgister Johannes Fesel zu Corburg, Pfarrherr zum heiligen Kreuz, welchen E. k. f. G. vor dem Jahr die zehen fl. und X Sommer Korn zu einer Zulage aus dem Kloster Munchrote gnädiglich gegeben hat, zeigt mir an, wie zuvor durch der Visitatorn Ordnung ihm sei zugeordnet vom ersten Lehen, so fällig wurde, X. fl. zuzuleiehen, itzt aber dieses Jahrs wohl drei fällig und ledig worden. Aber Er Hans Schott Ritter wegert und wehret solchs lassen zu folgen, er bringe denn einen neuen Befelh von E. k. f. G. Bittet derhalben unterthäniglich, E. k. f. G. wollten doch bei genanntem Er Hans Schotten verschaffen, daß er wollt der Visitatorn Ordnung nach die zehen Gulden folgen lasse, denn es ist hie auch das liebe Armuth, Kinder viel und wird alles theur. E. k. f. G. werden sich wohl wissen gnädiglich zu erzeigen. Hiemit dem lieben Gott befolhen. Amen. Mittwochen nach Omnium Sanctorum 1537

E. k. f. G. unterthäniger
Martinus Luther D.

Eingelegter Zettel:

Gnädigster Herr! Es hat Magister Feselinus einen Boten von hinnen mit dieser Schrift gesandt, wartet allhie bei mir E. k. f. G. gnädigs Antwort, damit er der Zehrung weniger durfe. Es ist ja ein frommer Mensch und hat viel erlitten, verlassen und gethan.

Dr. Martin Luther’s sämmtliche Werke
Briefwechsel
Bearbeitet und mit Erläuterungen versehen von
Dr. th. Ernst Ludwig Enders
Elfter Band.
Briefe vom Februar 1534 bis Juli 1536
Calw & Stuttgart.
Verlag der Vereinsbuchhandlung.
1907

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