Johann Friedrich von Sachsen an Martin Luther, 6.12.1535

Johann Friedrich von Sachsen an Martin Luther, 6.12.1535

Unsern Gruß zuvor. Ehrwürdiger und hochgelahrter, lieber Andächtiger. Nachdem Kkönigl. Würde zu Engelland jetzo ihre Bothschaften zu uns gesandt, welche auch vor wenigen Tagen zu Erfurt ankommen, die wir fürder zu uns gen Weimmar beschieden, Sachen halben, die ihr ohne Zweifel von Doctor Antonio, der nunmehhr eine Zeit lang zu Wittenberg gewest, vernommen, und wiewohl es auf dem gestanden, daß gedachte Bothschaften zu Wittenberg erstlich haben ankommen und mit Euch und andern unsern Theologen berührter Sachen halben, darum sie abgefertigt, Unterrede halten sollen; weil es aber nit beschehen, und sie unser Stadt Jena, deß Orts dieser Zeit Magister Philippus Melanchthon und unsere Universität ist, so nahen können; zu dem bedenken wir, daß solche Unterrede dieser Zeit an keinem Ort besser und bequemer, und zuvörderst weil wir bei der Hand, als zu JEna vorgenommen werden mag: so ist demnach unser gnädiges Begehren, ihr wollet euch förderlich erheben und gen Jena verfügen, und neben Mag. Philippo und andern unsern Theologen obgemeldter Bothschaften Unterrede gewärtig seyn. So haben wir auch Doctor Antonius ingleichen zu derselben Unterrede gen Jena erfordert, thun auch hierbei unserm Landvoigt zu Sachsen, Hansen Metschen, schreiben, euch zu solch Reise Wagen und Pferde, auch Zehrung zu verordnen, damit ihr ohne Verhinderung von Statten kommen möget. Dem werdet ihr unsern Brief wohl zu überantworten lassen wissen, und thut und daran zu gefallen. Datum aufn Schneeberge Montagk Nicolai 1535.

Bretschneider, Carolus Gottlieb
Corpus Reformatorum
Volumen II
Halis Saxonum
C. A. Schwetschke und Sohn
1835

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