Martin Luther – An Nikolaus von Amsdorf

Martin Luther – An Nikolaus von Amsdorf

19.10.1529

Gnade und Friede in Christo! Wir sind gesund wieder ankommen: und was vorgegangen, wird euch M. George und Johann Eiring erzehlen. Der Landgraf hat uns stattlich bewirthet. Ich bin gestern und den Abend mit grossem Kummer geplaget. Des Satans Engel, oder was es vor ein Teufel des Todes ist, martert mich so, dazu vielleicht der Türken Grimm sehr viel hilft, so vor der Thüre ist, und die grausame Gotteslästerung und Bosheit derer, die dem Wort zuwider sind, ingleichen des Pöbels unerträglichen Undank heimsuchen wird. Christus erbarme sich unser! Amen.

Ermahnet denn eures Orts eure Kirche zur Busse und Gebet. Es ist Zeit: die Noth treibet dazu. Sonst habe ich weiter, da mir die Finger vor Mattigkeit zittern, nicht mehr schreiben können. Den Tag nach Lücä An. 29.

Martin Luther.

Dr. Martin Luthers Sämtliche Schriften.
Siebzehenter Theil.
Johann Georg Walch
Halle im Magdeburgischen
Druckts und verlegts Joh. Justinus Gebauer

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