Eitelhans Langenmantel – Ein Brief aus dem Gefängnis zu Weißenhorn an Matheus Metzger

Eitelhans Langenmantel – Ein Brief aus dem Gefängnis zu Weißenhorn an Matheus Metzger

Dem erbern Matheus Metzger, der Höchstetter derer zu Ulm, zu antwurten.

Brief, so Diepolten rcx. zugepracht ist, so er auß der fangknus ainem gen Ulm geschriben, den man zu Ulm im nit geantwurt rc.

Mein fraintlich, guttwillig denst, erber, lieber Matheus Mötzger, sunder gutter fraind, mir ist ain schreiben von euch zu komen, des inhalt ich zu gutter massen vernomen hab rc.

Item erstlich danck ich euch euer mitlaiden, so ir mit mir armen gefangen hapt, wie ir dann melt, das Wolf Breyschuch zu Ulm gewessen von meiner fraintschafft wegen zu Ulrich Neythart, hauptmann, nachmal bei herrn Walther von Hirnhaym zu Burchberg, aber kurtzen beschaid empfangen rc.; der allmächtig ewig gott mach es nach seinem göttlichen willen.

Item mein gar fraintlich bitt ist an euch, ir wöllt meinem herrn schwecher, dem alten Ambrossi Höchstetter, schreiben, das er mit meinem schwager Jorigen Wieland, Conrad Rochlinger, Matheus Langenmantel und andern das wägst in meinen sachen handlen wöllen, wie sie dann wollten inen geholfen wurde; und wie sie es machen, das soll gemacht sein. ich hett mich gar nit versechen des, das mir dann begegnet ist, der trostung halben, so mir beschechen, dann wa ich söllichs besorgt, hette ich, das hauß zu Leyttershoffen, warlich nit gekauft und zuvor, dieweill ich von denen von Augspurg disses handels halben auch gestraft bin rc. suma ich muß allso gedult haben, biß der allmächtig gott mit mir armen ain genügen hatt. schreibt meinen frainden, es sei noch bißher nichts unfraintlichs mit mir oder den meinen furgenomen, gott hab lob in ewigkaitt, und wa es euch, lieber fraind Matheus, für gutt ansicht, so schickt dissen brieff mit erstem gein Augspurg, damit man fuderlich in der sache3n handlen, als mir dann nit zweifelt geschöhen werd, dann auch ain erber ratt zu Augspurg aller meiner handlungen gutten beschaid haben; sie wären mir auch woll schuldig, des selben urkund zu geben, wo es von nötten wär. ich bin on zweiffl, meine fraind werden handlen mit ratt verstendigen leitten, damit bewar uns gott, der her, alle vor dem ubell, amen! datum aftermentag nach sannt Jorigen tag (28. April) in Weyssenhorn auf ainem turn sampt mein zwaien ehalten in eill geschriben 1528 jar.

Eytl Hanns Langenmanttl,
der gefangen.

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