Otthilia von Gersen – An den Fürst Georg vom 19.8.1525

Otthilia von Gersen – An den Fürst Georg vom 19.8.1525

An den Fürst Georg vom 19.8.1525

Durchlauhter hochgeborner Furst vnnd genediger Herre meyn gantzwilliger gehorsam sey EFG allezeyt zcuuor bereydt Ich Arme enelende vorlossene thu  EFgn vndertheniglichen clagende zcuerkennen, Als Ich nechst mols vor  EFg zcu Molhausen In der Herberge zcum Schwan gewesen, vnnd durch Er Ernsten von Schonbergk  EFg enelende ersucht, vmb mein geretthe, so hat Er Ernst von  EFg myr trostlich zcugesagt, meyn geretthe solt my ahne vorhindernis widder werden, Ist aber nicht geschen, bin also enelende gegen Northausen gegangen vnnd mich vierwochenlang vngeuerlich do enthalden, vnnd dornoch widder gegen Molhausen durch grosse nottorfft kommen, da selbest durch meynen vorwanthen den Erbern Ernsamen von Warn vff dy zcyt eyn houptman vnder den knechten, so durch  EFg, gegen Molhausen geschickt,, Eynen Erber Rotht vmb das meyne ansuchen lassen, hat eyn Erber Rotht gude vortrostunge gegeben, Ich solt komen, das meyne solt myr widder werden, dorauff bin widder gegen Molhausen mit grosser beschwerung gezcogen, Ist myr aber nichts worden, aus wasserley orsache Ist myr vmbewust, bin aber von dan gegen Erffurdt, do selbest mich bey guden freunden eyne zceitlang zcuenthalden, gezcogen, dornach widder vs grosser anligender notht gegen Molhausen das meyne, so Ich von Eynem Erbern Rotht vortrost zcufordern kommen, Is myr aber vnfruchtbar gewest, Vnnd Ich arme also dorober das meyne vorzcertt habe, Ist derhalben meyn demuttig bitt  EFg wolle ansyhen meyn gros enelende vnnd Ermut, vnnd mich durch dy barmeherzcigkeyt gottes, genediglich an dy von Molhausen, das Ich das meyne muchte erkrygen, vorschriben, vnnd so zcu meyner fruntschafft do Ich mich trostet vnnd hulffe In meynem enelende zcuuorsyhe, zcyhen, das wyl Ich allezcyt gehorsamlich gegen EFg vorschulden, Auch habe Ich vornommen das  EFg gutther meynunge sey, das Ich widder zcu closter solt zcyhen, do Ich dan vor gebetthen wyl habe, doch mit  EFg gunst vnnd willen, dann  EFg kan genediglicher dy sache allenthalben ermessen, dan Ich sey, als myr wol von Notthen, erzcelen kan, das wyl Ich aber so mit meynem vnderthenigen geflyssen gehorsam gegen EFg In aller vnderthenigkeyt vorschulden. Datum Sonnabent nach Assumptionis Marie Anno rc. xxv EFg vnderthenige Otthilia von Gersen.

In Georgs Kanzlei ward auf die Adresse dieses Originalbriefs geschrieben: „Munczers Weyb,“

Zeitschrift für die historische Theologie
herausgegeben von Dr. Christian Wilhelm Riedner
Jahrgang 1847.
Leipzig:
F. A. Brockhaus.
1847

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