Ph. Melanchthon und Joh. Brentz an den Landgrafen Philipp von Hessen.

Ph. Melanchthon und Joh. Brentz an den Landgrafen Philipp von Hessen.

Durchlauchtiger rc. Der Brüderschaft halben, mag sein, daß man Christen, so irren, und doch den Irrthum nicht vertheidigen, als Brüder dulden solle, wie Christus selbst seine Jünger geduldet hat. Aber diejenigen, so ungegründete Lehre vorgeben und vertheidigen, kann man nicht für Brüder halten; denn man soll ja nicht willigen in unrechte Lehre. So hat auch Paulus die Galater angenommen, daneben aber von denjenigen, so unrechte Lehre vorgaben, gesprochen: ich wollte, daß die, so euch beschneiden, weggeschnitten würden. Denn wie können wir…

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Spalatin, Georg – An Conrad Gerhard

Spalatin, Georg – An Conrad Gerhard

Möge Dir Gott die Gnade schenken, Dein Herz zu erkennen, das, wie Jeremias sagt, unerforschlich ist, damit Du einsehest, was wir aus uns sind, und so wahrhaft begehren könnest, daß man, wie Du schreibst, für Dich bete. Dann wirst Du nicht die Räthsel der Schrift sammeln und nicht die Ceremonien durch Stellen, wie jene: Die Kirche ist eine Säule und Grundfeste der Wahrheit, bestätigen wollen. Denn Gewissen, die wahrhaft bekümmert sind, suchen das gewisse Gottes Wort zu ihrer Befestigung, werfen…

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Giger, Gabriel – Brief an die Wiedertäuffer in Zollikon

Giger, Gabriel – Brief an die Wiedertäuffer in Zollikon

Fried und Gnad sey mit euch von Gott dem Vater und unserem HErren JEsu Christo, der sich vor unsere Sünden gegeben hat, damit er uns errettete von dieser gegenwärtigen argen Welt nach dem Willen Gottes unseres Vaters, welchem seye Preiß von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. Meine liebe Brüder! lasset es euch nicht unbillich vorkommen, daß wir so lange nicht schreiben, dann es geht keine Wochen vor, wir müssen vor die Wölfe. Aber wir lassen euch wissen, lieben Brüder! daß Gott…

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Lambert, Franziskus – An den Bischof von Lausanne

Lambert, Franziskus – An den Bischof von Lausanne

… Auch kann ich Ew. Herrlichkeit nicht mit Wahrheit einen Bischof nennen, wenn ich Sie nicht beschimpfen und gegen mein Gewissen handeln will. Für einen Fürsten kann ich Ew. Herrlichkeit halten, aber nicht für einen Bischof, dieweil Sie das Evangelium nicht verküngit. Es ist ein Schimpf für einen Fürsten, wenn man ihn einen Bischof nennt, denn was heißt das Anderes als: hier ist ein christlicher Prediger, der beständig das Wort treibt, der vollkommne Kenntniß der heiligen Schrift besitze, der demüthig,…

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Knox, John – An die Brüder in Schottland

Knox, John – An die Brüder in Schottland

Joh. Knox, der gebundene Knecht Jesu Christi, seinen geliebtesten Brüdern von der Gemeinde im Schlosse zu St. Andrews und allen Bekennern des wahren Evangeliums Christi Gnade, Erbarmen und Friede von Gott dem Vater mit dem beständigen Troste des h. Geistes. Die Absichten Satans gingen bei unserer Verfolgung sichtbar dahin, einmal zu verhindern, daß der heilsame Wind des Evangeliums nicht mehr in den Gegenden, wo wir wohnten und lebten, wehen sollte, und dann uns selbst durch körperliche Leiden und weltliche Anfechtungen…

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Hardenberg, Albert Rizäus – Brief an Johannes Schlongrabe

Hardenberg, Albert Rizäus – Brief an Johannes Schlongrabe

Was Erasti Schreiben belangt, davon betheure ich zum höchsten, daß mir Philippus solches auch gesagt habe gleicher Weise, als D. Erastus (in seinem Briefe an den Bürgermeister Daniel) schreibet, und sind meines Behaltens auch die Worte selber in Erasti Schreiben erzählet. So werdet Ihr Euch wissen zu erinnern, was Herr Philippus Euch geantwortet, da Ihr ihn davon gefragt habt. Ich habe noch Euern Brief bei mir, welchen Ihr damals aus Wittenberg an mich geschrieben; darinnen finde ich noch diese Worte:…

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Zwingli, Huldrych – An Balthasar Stapfer, Landschreiber zu Schweitz

Zwingli, Huldrych – An Balthasar Stapfer, Landschreiber zu Schweitz

Lieber, Geehrter, Getreuer! Ich freute mich sehr über Eure in Eurem Schreiben ausgesprochene Gesinnung. Bleibet bei derselben! denn dieß ist der einige Weg zur Seligkeit. Daß Ihr mir aber solchen Dank wegen der Euch einst erwiesenen unbedeutenden Wohlthaten sagtet, war nicht nöthig; doch verräth es ein gutes Gemüth. Denn nichts ist schändlicher als ein undankbares Herz. Das aber, wessen ich von boshaften Menschen beschuldigt werde, würde ich nicht zum Mindesten beachten, wenn es nicht zum Nachtheil des göttlichen Worts vorgebracht…

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Jakobus, Leo (Oeconomus Capellae) – An Zwingli.

Jakobus, Leo (Oeconomus Capellae) – An Zwingli.

Gnade und Friede von Gott. Ehrwürdiger, geliebter Herr und Bruder. Gott will alle die erhören, welche ihn von Herzen anrufen. Er hats auch an uns bezeugt. Wisset, geliebter Meister, daß es wohl und glücklich gegangen, und wir mit dem Abt sämmtlich einig wurden, das heilige Gotteswort anzunehmen und bei ihm zu sterben, sowie, daß in dieser Nacht noch die Bilder und aller Bilderdienst abgeschafft werden solle. Darum, lieber Herr und Bruder thut uns auch fernerhin so mit Rath und That…

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Blaurer, Ambrosius – Brief an seine Base Barbara Blaurer

Blaurer, Ambrosius – Brief an seine Base Barbara Blaurer

Mein sonder lieb Bäslein. Dein Geschrift hab ich mit christlichem brüderlichen Mitleiden gelesen, bitt Gott von ganzen Begierden meines Herzens, wölle dich nach der Fülle seiner Gnad und Barmherzigkeit seines Trosts wiederum empfinden lassen und dichs sehen lassen, wie ers so inniglich herzlich und väterlich gegen dir meint, der festen getrosten Hoffnung, er werde das ängstig Mordgeschrei deines Gemüths, auch mein und ander frommer Leut Bitt bald erhören. Harr, wart, leid dich, halt still, gewiß sollst du erfahren die Wunder…

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Beza, Theodor von – An Johannes Jakobus Grynaeus, 24. Juni 1595

Beza, Theodor von – An Johannes Jakobus Grynaeus, 24. Juni 1595

Heute, am Tag Johannes des Täufers, an meinem 77. Geburtstag, kündigte mir meine alte Magd gleich bei meinem Erwachen an, daß sich in unserm Hühnerhof Seltsames zugetragen habe. Eine Henne, die ich für verloren gehalten, weil sie uns vor einem Monat, am Tag, da ich sie kaufte, sofort verlassen hatte, sei diesen Morgen plötzlich wieder im Hühnerhof erschienen – begleitet von fünfzehn stattlichen Küchlein! Aus dieser schlichten Geschichte meines Alltagslebens siehst du, lieber Grynaeus, daß ich ohne Umstände mit dir…

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